Banken-U-Ausschuss

AMIS-Wirtschaftsprüferin schöpfte keinen Verdacht

Österreich
30.05.2007 19:28
Im Banken-U-Ausschuss stand am Mittwoch die Causa AMIS im Mittelpunkt. Bei der Insolvenz des Wiener Fondsanbieters wurden laut Staatsanwaltschaft 62 Millionen Euro durch gewerbsmäßigen Betrug veruntreut. Gabriele Popp verteidigte vor dem Ausschuss ihre Tätigkeit als Wirtschaftsprüferin der AMIS vor der Pleite. Sie beteuerte, keine Verdachtsmomente für den mutmaßlichen Anlegerbetrug gesehen zu haben.

Gegen die Kanzlei BDO Auxilia Treuhand, für die Popp arbeitet, ist ein Schadenersatzprozess anhängig, den zwei geschädigte AMIS-Anleger angestrengt haben. Die Kanzlei weist die Vorwürfe zurück.

Das "unrechtmäßige Halten von Kundengeldern" bei AMIS sei Popp bekannt gewesen, aber es habe sich nur um ein Treuhandkonto gehandelt. Die Wirtschaftsprüferin betonte, sie habe sich bei vielen Dingen auf die Angaben des AMIS-Vorstands verlassen. Dieser sei auch für die Bilanzen verantwortlich. Die AMIS-Kundengelder seien in Luxemburg verwahrt gewesen, dort habe sie bei der Depotbank nicht prüfen können. "Wenn das so ist, ist Ihre Prüfung wertlos, weil sie nie prüfen können", monierte der Abgeordnete Stadler.

16.000 Anleger um 62 Millionen Euro geprellt
Durch die AMIS-Pleite wurden rund 16.000 Anleger, darunter rund 10.000 in Österreich, um rund 62 Millionen Euro geschädigt. Die früheren Gründer des Wiener Wertpapier-Dienstleisters AMIS, Dietmar Böhmer und Harald Loidl, sind seit rund eineinhalb Jahren in Haft. Die beiden waren im November 2005 in Venezuela festgenommen worden.

Uneinigkeit herrscht indessen zwischen Regierungs- und Oppositionsparteien über den Zeitplan für den Abschluss des Banken- Untersuchungsausschusses: Während die Koalitionspartner SPÖ und ÖVP den Endbericht Anfang Juli im Plenum des Nationalrats behandeln wollen, hält Ausschuss-Obmann Graf (FPÖ) eine Präsentation des Endberichts im Herbst für sinnvoller.

 

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