24.05.2007 13:56 |

Mädchen gequält

Millionärspaar hält sich "Sklaven"

Ein New Yorker Millionärsehepaar ist angeklagt, zwei indonesische Frauen über Jahre hinweg wie Sklaven in seiner Luxuswohnung gehalten zu haben. Die beiden Hausmädchen wurden den Vorwürfen zufolge mit Gewalt zur Arbeit gezwungen, bekamen wenig zu essen und mussten auf einer Matte in der Küche schlafen.
Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Zwangsarbeit und Verstoßes gegen das Aufenthaltsrecht. Das Ehepaar, eine 35-jährige Frau und ihr 51 Jahre alter Mann, ist in Haft, könnte aber gegen Kaution freikommen. Die beiden Geschäftsleute, die auf der Halbinsel Long Island bei New York einen millionenschweren Parfümhandel betreiben, bestreiten die Vorwürfe.


Die Behörden waren in der vergangenen Woche auf den Fall aufmerksam geworden, als eines der beiden Hausmädchen nur mit einer Hose und einem übergeworfenen Handtuch bekleidet vor einer Bäckerei gesehen wurde. Sie hatte ein zerschundenes Gesicht, und als Angestellte sie ansprachen, versuchte sie durch Handbewegungen zu erklären, dass sie geschlagen worden sei. Dabei stammelte sie das Wort "Herr".


Mit Zigaretten verbrannt
Mit einem Dolmetscher berichtete die Frau später, dass sie und ihre Kollegin bei einem Besuch des New Yorker Paares in Indonesien im Jahr 2002 als Hausangestellte angeheuert worden sind. In den USA habe sie dann statt der zugesagten 300 Dollar monatlich nur 100 Dollar Lohn bekommen. Die Hausfrau habe sie mit einem Messer bedroht, mit Zigaretten verbrannt und auf viele andere Weisen gequält. So sei sie einmal gezwungen worden, eine große Portion Chilischoten zu essen.


Im Haus der Millionäre fand die Polizei die zweite Indonesierin in einem Schrank versteckt. Beide Frauen sind inzwischen in der Obhut eines Sozialvereins.