24.05.2007 17:29 |

Gas-Explosion

38 Bergleute bei Grubenunglück getötet

Zwei Monate nach dem schwersten russischen Grubenunglück seit Jahrzehnten sind in derselben westsibirischen Stadt erneut Dutzende Bergleute bei einer Gasexplosion getötet worden. Bei dem Grubenunglück im Bergwerk Jubilejnaja starben 38 Arbeiter unter Tage, wie der Zivilschutz am Donnerstag in der Stadt Nowokusnezk, 3.000 Kilometer östlich von Moskau, mitteilte.

Die Bergwerksleitung soll von der lebensgefährlich hohen Methangas-Konzentration gewusst haben. Im März kamen in einem Nachbarschacht von Nowokusnezk 110 Arbeiter ums Leben. Im Südwesten Chinas starben am Mittwoch 13 Bergleute ebenfalls bei einer Methanexplosion.

Das sibirische Bergwerk gehört zum weit verzweigten Firmenimperium des reichsten Russen, Roman Abramowitsch. Beim jüngsten Unglück im russischen Kohlerevier Kusbass steht die Bergwerksleitung im Verdacht, trotz wiederholter Warnungen nichts zum Schutz der Arbeiter unternommen zu haben.

Methan-Konzentration viel zu hoch
"Wegen des erhöhten Methangehalts sollte der Abbau im betroffenen Streb eigentlich vor einer Woche unterbrochen werden", sagte ein Mitarbeiter des Bergwerks. Aus unerklärlichen Gründen sei aber die Anweisung gekommen, weiterhin Kohle zu fördern. Zum Zeitpunkt der Explosion in 500 Metern Tiefe arbeiteten knapp 220 Bergleute unter Tage. Seit Jahresbeginn starben in Russland bereits etwa 150 Bergarbeiter.

Im vergangenen Monat habe die Methankonzentration im Jubilejnaja-Schacht den Normalwert manchmal um das Zwanzigfache übertroffen, sagte ein namentlich nicht genannter Angestellter des Bergwerks. Dagegen erklärte der Gouverneur des betroffenen Gebietes Kemerowo die Explosion habe sich völlig überraschend ereignet.

Die Aufsichtsbehörde leitete ein Verfahren zur Aufklärung der häufigen Explosionen in Anlagen der Bergbau-Holding Juschkusbasugol ein. Es sei möglich, dass der Holding die Betreiberlizenz entzogen werde, sagte ein Ermittler.