Der legendäre Sänger der Achtzigerkultband "Roxy Music" feierte sein neues Werk "Dylanesque" mit routinierter und soundtechnisch experimentierfreudiger, siebenköpfiger Band plus zwei kessen Backgroundsängerinnen in einem 110-minütigen Konzert in der für Fans wie Musiker wie geschaffenen Wiener Stadthalle F.
Sitzend lauschte man den Dylan-Interpretationen von der neuen Platte, ließ sich davon überzeugen, dass "Times They Are A'Changin'" in A-Dur und mit flottem Backbeat auch was für sich hat und "All Along The Watchtower" nicht nur durch Dylans kratziges Organ leben kann.
Bryan Ferry ist für viele der Inbegriff des Lebemanns. Der Jäger und Sammler unter den Frontmännern präsentierte seine weiblichen Eroberungen stets dort, wo sie kein Fan übersieht - auf den Covers seiner Soloalben. Selbst wenn er nach einer halben Stunde schon schwitzt, wie ein Eisbär in der Sauna, zergeht kein Gramm der vor Lässigkeit nur so strotzdenden Aura des ab September 62-Jährigen.
In der Stadthalle begab sich Ferry begleitet von lang anhaltendem Applaus und feuchten Augen auf einen repräsentativen Spaziergang durch sein Schaffen, ließ Solo-Klassiker wie "Kiss And Tell" nicht aus und legte am Ende mit "Love Is The Drug" und "Let's Stick Together" noch eine Portion Roxy Music oben drauf. Was willst more than this?
Christoph Andert
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