12.05.2007 15:47 |

Terror in der Türkei

Bombenexplosion auf Wochenmarkt

Bei einer Bombenexplosion auf einem Wochenmarkt in der westtürkischen Hafenstadt Izmir sind am Samstag ein Mensch getötet und 14 weitere verletzt worden. Bei dem Todesopfer handelt es sich um einen Mann, der im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlag, wie türkische Medien am Nachmittag berichteten.

Der an einem Fahrrad befestigte Sprengsatz war detoniert, als die Händler am Morgen gerade ihre Stände aufgebaut hatten. Die meisten wurden durch herumfliegende Metallteile verletzt. Weil es noch früh war, waren glücklicherweise jedoch kaum Besucher auf dem Markt.

Der Anschlag ereignete sich 24 Stunden vor einer geplanten Großdemonstration zur "Verteidigung der Republik", zu der in der drittgrößten türkischen Stadt Hunderttausende Menschen erwartet werden. Hinweise auf den oder die Bombenleger und ihre Motive gibt es zunächst nicht. Durch die Detonation wurden Marktstände beschädigt, Scheiben umliegender Häuser und geparkter Autos zerbarsten.

"Wir hatten gerade unsere Stände errichtet und unterhielten uns, als sich plötzlich die Explosion ereignete", berichtete einer der Händler. "Die Verletzten haben wir sofort zu den Autos gebracht, ohne auf das Eintreffen der Krankenwagen zu warten." An der Stelle, wo sich die Explosion ereignete, habe zuvor ein Fahrrad mit einer blauen Plastiktüte gestanden. "Als wir nach der Explosion hinsahen, waren das Fahrrad und die Plastiktüte zerfetzt."

Keine Auswirkung auf Großkundgebung
Izmirs Oberbürgermeister, Aziz Kocaoglu, verurteilte den Anschlag, der darauf abgezielt habe, Menschen zu töten. Die Explosion werde aber keine Auswirkungen auf die geplante Großkundgebung haben. Er gehe nicht davon aus, dass sich jemand von der Teilnahme an der Demonstration abbringen lassen werde. Wie zuvor bereits in Ankara und Istanbul werden an diesem Sonntag in Izmir Hunderttausende erwartet, die für eine Beibehaltung der Trennung von Staat und Religion und gegen eine schleichende Islamisierung demonstrieren wollen.