10.05.2007 22:22 |

Offiziell angeklagt

Bodyguard von Osama bin Laden angeklagt

Fünfeinhalb Jahre nach seiner Gefangennahme in Afghanistan ist ein ehemaliger Fahrer und Bodyguard von Terrorchef Osama bin Laden offiziell angeklagt worden. Das US-Verteidigungsministerium wirft dem gebürtigen Jemeniten Salim Ahmed Hamdan in der am Donnerstag veröffentlichten Anklageschrift Verschwörung und materielle Unterstützung des Terrorismus vor.
Hamdan ist der dritte Angeklagte, der sich vor einer Militärkommission im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba verantworten muss. Dem 36-Jährigen droht nach Angaben des Pentagons keine Todesstrafe.


Hamdan wurde im November 2001 in Afghanistan festgenommen. Er war

der Anklage zufolge der persönliche Fahrer und Leibwächter von Bin Laden. Er soll außerdem Waffen und Sprengstoff zu anderen Mitgliedern

des Terrornetzwerkes transportiert haben. Der Angeklagte soll in El-Kaida-Lagern in Afghanistan ausgebildet worden sein. Die offizielle

Anklageverlesung soll innerhalb von 30 Tagen erfolgen.


Vor Hamdan war ein 20 Jahre alter Kanadier wegen Mordes, versuchten Mordes und Unterstützung der Terrororganisation El Kaida angeklagt worden. Der in Toronto geborene Angeklagte Omar Khadr war erst 15 Jahre alt, als er in Afghanistan festgenommen und nach Guantánamo Bay gebracht wurde.


Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr Sonderregeln zur Aburteilung von Guantánamo-Häftlingen, die als "ungesetzliche Kämpfer" festgehalten werden, erlassen. Als erster Gefangener war der

Australier David Hicks wegen Terrorismus-Unterstützung angeklagt worden. Im März wurde er zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt, die dann im Zuge einer gerichtlichen Vereinbarung auf neun Monate abgemildert wurde.