Ärzte machtlos

Alko-Kids sind in Lebensgefahr!

Alko-Kids spielen beim Koma-Saufen buchstäblich mit ihrem Leben! Schwere Atemstörungen, Kreislaufversagen, keine Reflexe mehr - so landen immer öfter stockbetrunkene Kinder in der Notaufnahme. Bis zu tausend allein in Oberösterreich! Ärzte warnen und sind dennoch machtlos: Gruppendruck und Langeweile sind stärker.

„Die Alko-Kids sind teilweise schläfrig, schwer ansprechbar. Der Bogen spannt sich bis zur tiefen Bewusstlosigkeit, teilweise atmen sie zu wenig, bekommen massiven Sauerstoffmangel. Es ist wie eine Narkose“, schildert der Intensivmediziner Primar Hans Gombotz vom Linzer AKH, in welchem erschreckenden Zustand oft noch halbe Kinder schon eingeliefert werden.

„Je nach Saison und Anzahl der Festl´n haben wir ein bis vier solcher schwer betrunkenen Kinder in der Woche“, berichtet Psychiater Michael Merl von der Linzer Kinderklinik: „Nach dem Rausch ist es ihnen schon oft zu blöd, aber manchmal muss man an der inneren Einsicht zweifeln. Es ist momentan leider einfach ,geil´, sich wegzuknallen. Der Druck in der gleichaltrigen Szene, der ,Peer-group´, ist sehr groß.“

Der erfahrene Arzt weist auf ein anderes, beunruhigendes Signal hin: „Wir haben irrsinnig viele Jugendliche, die Angst vor den Ferien haben, weil sie ohne Extremerlebnisse mit sich nichts anzufangen wissen.“

Zur Sinnleere komme die Versuchung durch Wirte und Geschäfte, so Merl: „Man muss nur schauen, was in der Nähe von Schulen abgeht.“ Auch er fordert strengere Kontrollen.

 

 

 

Foto: Peter Tomschi

Samstag, 12. Juni 2021
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