Schweden-Muster

Steuersparen für den Klimaschutz

Die groß beworbene „ölfreie Gesellschaft“ ist eher eine Vision als ein konkreter Plan, vom Atomausstieg ist keine Rede mehr: Ganz so, wie er erwartet hatte, verlief die energiepolitische Studienreise von Landesrat Rudi Anschober nach Schweden nicht. Anregend war sie trotzdem. Nach Schweden-Muster plant der Grüne nun eine CO2-Abgabe, mit der Klimaschützer Steuern sparen können.

Als bisher einziges Land der Welt hat Schweden seine Energie-Abgaben total umgestellt: Die Steuern für die verschiedenen Energieformen werden nach dem jeweiligen CO2-Ausstoß berechnet, statt „bei allen gleich abzucashen“, wie Anschober vergleicht: „Im Gegensatz zu Österreich werden damit positive Entwicklungen belohnt.“ Monumentales Beispiel für diesen Steuerungseffekt: das Heizkraftwerk Hässelby, das 70 Prozent von Stockholm mit Fernwärme und Strom versorgt und dabei jedes Jahr so viele Pellets verheizt, wie in ganz Oberösterreich produziert werden - seit 1997. Bis dahin wurde Kohle verfeuert. „Dann rechnete sich Kohle durch die stufenweise Steigerung der CO2-Steuer nicht mehr“, so Manager Inge Telander: „Deshalb stiegen wir auf Pellets um.“

Anschober will nun zuerst den Bund vom schwedischen System überzeugen, dann plant er einen EU-weiten Vorstoß: „Der Erfolg in Schweden ist auch wirtschaftlich überzeugend.“

Anders als die Thesen des Ölverknappungs-Experten Kjell Aleklett von der Uni Uppsala, der Atomstrom für unverzichtbar hält: „Um Öl zu ersetzen, müsste man 20 Jahre lang alle drei Wochen ein AKW in Betrieb nehmen“, zitiert Anschober Berechnungen anderer Experten und sieht nur „Energieeffizienz“ - Sparen - als eine „realistische Option“.

 

 

Foto: Fritz Steinbock

Samstag, 19. Juni 2021
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