Den Reigen der Verfilmungen zwischen 1950 und 2004 ("Ein Zwilling ist nicht genug") setzt nun eine Zeichentrickversion fort: Nach dem Konzept von Michael Schaack entstand unter der Regie von Toby Genkel ("Werner - gekotzt wird später") ein bunter und munterer, doch auch etwas seicht geratener Streifen, der dem Charme und der Klugheit des Kästner-Klassikers nicht wirklich entspricht.
Trotzdem wirkt es heute, in Zeiten von Scheidungen und Alleinerziehenden, beinahe schon wieder mutig, ein solches Plädoyer auf die Familie zu halten. "Nach wie vor sehnen sich Kinder vor allem anderen, noch vor Spielsachen, Computern, nach einem intakten Familienverband mit beiden Eltern - so wie sie es immer gewollt haben", sagt Produzent Peter Zenk. "Die Kinder wollen das laut Umfragen nach wie vor, nur die Erwachsenen lernen nicht dazu und muten ihrem Nachwuchs immer öfter Trennungen und Scheidungen zu." So bietet der 80-minütige Film, der in den fünfziger Jahren spielt, dem jüngeren Publikum Spaß - die Erwachsenen regt er vielleicht zum Nachdenken an.
Schade ist, dass die Trickgesichter von Lotte und Luise, ihren Freundinnen und all den Erwachsenen samt dem affektierten Fräulein Gerlach, das Luises Vater heiraten will, so flach und dürftig ausfallen. Und dabei sollten die Zeichnungen laut Produzent eine Hommage an den einst aus Deutschland emigrierten Kästner-Illustrator Walter Trier (1890-1951) sein.
Unstimmig wirkt im Jahr 1954 der Ausdruck "Suuuper-Platscher, unpassend ist auch das Leibgericht Ravioli statt Eierkuchen. Gelungen wirkt die Ausstattung: Sowohl die Stadtbilder als auch die Wohnungen im Film wirken authentisch.
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