Internet-Betrüger

Gauner nützte Armut der Kunden

Er suchte nicht Reiche, um sie um ihr Vermögen zu bringen, sondern setzte auf Habenichtse in Finanznöten, die keine Chancen haben, Kreditkarten oder Kredite zu bekommen: Ein Schärdinger bot solche „Finanzdienstleistungen ohne Bonitätsprüfung“ im Internet an, soll 1126 Kunden um 130.345 Euro geprellt haben…

Nachdem er in Deutschland wegen ähnlicher Geschäfte bereits Verfahren am Hals hatte, meldete der 39-jährige Michael H. vor zwei Jahren in London den Online-Shop „Creditcard Business Solutions Ltd.“ mit Firmenstandort Schärding an. Über Internetseiten bot er Kreditkarten sowie Kredit- und Kontovermittlung ohne Bonitätsprüfung an. Interessant für Leute, die auf Grund ihrer finanziellen Lage bei Banken keine Chance haben.

Per Vorauskasse oder Nachnahme von 79 bis 249 Euro bekamen Kunden aber nur wertloses Infomaterial zugeschickt oder elektronische Links zu Banken vermittelt, wo sich die Kunden dann wieder selbst um Kreditkarte oder Kontoeröffnung bemühen mussten - und dort wurden dann, entgegen den Versprechungen auf den Internetseiten, sehr wohl wieder Bonitätsprüfungen durchgeführt…

Ein verärgerter Schweizer und ein geprellter Linzer erstatteten deshalb Anzeige. Schärdinger Polizisten stellten im Büro des Verdächtigen die Unterlagen sicher: Demnach soll H., der verhaftet wurde, von 1126 Opfern 130.345 Euro erbeutet haben. Bisher wurden 148 Opfer kontaktiert. „Weil die Firma in England eingetragen ist, hatten die Opfer nach erfolglosen Urgenzen resigniert und - bis auf zwei - keine Anzeigen erstattet“, berichtet einer der beiden Ermittler.

Die Opfer stammen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und sogar Mallorca.

 

 

 

Symbolfoto: rubra

Donnerstag, 06. Mai 2021
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