"City Cobra"

Die “City Cobra” aus Linz

Musik
10.05.2007 16:56
"Mach jetzt die Österreicher stolz", fordert Mentor Bushido auf Chakuzas Erstlingswerk "City Cobra". Gelingen dürfte dies dem gebürtigen Linzer jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nur schwer - was nicht so sehr an Chakuzas Einstellung zu Österreich liegt (Zitat auf der Label-Homepage: "In Österreich kannst du als Höhepunkt des Tages in deinem Garten die Äpfel von den Bäumen pflücken"), sondern an seiner Art zu rappen.
kmm

Die hat nämlich nichts originäres mehr an sich. Der Umzug von Linz in die deutsche Hauptstadt und Rap-Metropole Berlin hat offenbar zur Folge gehabt, dass Chakuza klingt, wie jeder andere Berliner Rapper auch. Da kann er noch so sehr betonen, dass sein Blut rot-weiß-rot ist - über das typische "Ich malträtiere deine Rosette"-Niveau kommt er in seinen Texten nur selten hinaus. Perfekte - das muss man ihm zugestehen - Battle-Texte eben, aber auch nicht mehr.

Nur hin und wieder widmet sich Chakuza einem ernsthaften Thema, am aggressiven (und belanglosen) Grundtenor des Albums ändert das allerdings nur wenig. Auf "Eure Kinder" etwa, auf dem er zu einem nach "Rhythm is a dancer" klingenden Beat gemeinsam mit Bushido über die Verantwortung von Rappern gegenüber der Jugend parliert, oder auf "Salem", einem Song über soziale Missstände und ihre Folgen. Auch eine ruhige Seite scheint der Wahl-Berliner zu haben, wie er auf "Sollen alle untergehen", einer Hommage an "sein Mädchen", unter Beweis stellt. Allerdings klingt er dabei genauso wütend wie auf jedem anderen Song auch.

Typische Rap-Kost also, deren ständiges Betonen der eigenen Genialität und Stärke nur mehr für müdes Gähnen sorgt - auch wenn die Beats noch so sehr Druck machen und Chakuza - technisch gesehen - gute Arbeit leistet. Für einen wirklichen Lacher hat es dann aber doch noch gereicht: "Dein Vater ist der Leadsänger von Pur", schimpft Chakuza. So gemein kann Rap wirklich sein, wenn man es etwa subtiler angeht.

Fazit: 6 von 10

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