30.04.2007 12:05 |

Untote Störenfriede

Silverfall

Die Bewohner der idyllischen Stadt Silverfall stehen unvermittelt einer furchterregenden Bedrohung gegenüber, denn eine Horde von Untoten fällt über die ahnungslose Bevölkerung her. Doch der ehrwürdige Erzmagier sieht diesem unwürdigen Treiben natürlich nicht lange zu, er nutzt seine magischen Kräfte um die Stadt aus den Fängen des Bösen zu befreien. Das ist aber erst der Anfang eines fantastischen Abenteuers...

Die Steuerung wird dem Spieler in Form eines kurzen Tutorials nähergebracht. Er steuert zuerst die Figur des Erzmagiers, der bereits über ansehnliche Kräfte verfügt und aufgrund seiner Stärke den Untoten weit überlegen ist. Nach der Einführung findet sich der Gamer mit seinem im Startmenü kreierten Kämpfer in einem Flüchtlingscamp außerhalb von Silverfall wieder. Bei der Charaktererstellung kann zwischen Menschen, Elfen, Trollen und Goblins gewählt werden.

Wie in dem Genre üblich, besitzt der eigene angehende Held nicht viel mehr als er am Körper trägt. Eine bessere Ausrüstung und Fähigkeiten lassen sich aber im Kampf reichlich erlangen. Zuerst spricht man allerdings mit den Bewohnern des Flüchtlingslagers. Diejenigen, die eine Mission für Haupt- oder einfach eine von verschiedenen Nebenquests anbieten, werden durch ein entsprechendes Symbol über dem Kopf dargestellt. So verlangt Kara, eine Elfin, dass die Zombies, welche das Lager bedrohen, zurückgeschlagen werden sollen.

Nachdem man das Lager verlassen hat und in die unwirtlichen Sümpfe gewandert ist, tauchen schon die ersten Gegner auf. Ein Blick auf die Minimap verrät, wo weitere Monsterhorden den Helden erwarten. Im Kampf werden mit der linken Maustaste die Gegner mit der primären Waffe attackiert. Hierfür stehen im Verlauf des Spiels verschiedene Hieb- und Stichwaffen, sowie Bogen und Armbrust zur Verfügung. Mit der rechten Maustaste lassen sich mehr oder weniger mächtige Zaubersprüche ausführen, wobei diese anfangs nicht sehr viel Schaden anrichten.

Nachdem die ersten Gegner erfolgreich bekämpft wurden, können deren fallengelassene Gegenstände aufgenommen werden. Damit erhält man bessere Ausrüstung, neue Waffen, Heiltränke oder einfach ein paar Goldstücke. Einige erfolgreiche Gemetzel später erreicht man den nächsten Erfahrungslevel. Die dafür erhaltenen Punkte lassen sich auf die verschiedenen Fähigkeiten des Helden aufteilen.

Erweist sich der Feind als zu übermächtig und man segnet das Zeitliche, erwacht man ohne seine mühsam erkämpfte Ausrüstung im Flüchtlingscamp. Entweder läuft man dann zu der Stelle, an der eigene Held verblichen ist, um die Sachen wieder zu bekommen, oder lässt einen Goblin diese Aufgabe erledigen. Ersteres gestaltet sich mitunter äußerst schwierig und frustrierend, da die Gegner noch dort auf einen warten und ohne Ausrüstung tendieren die eigenen Chancen eindeutig gegen Null. Die Dienste des Goblins muss man sich allerdings erst durch das Erledigen eines kleinen Quests sichern.

Im weiteren Verlauf werden die Gegnerscharen immer übermächtiger, sodass es ab und an nur mehr hilft, schleunigst die Flucht zu ergreifen. In diesen Situationen ist die Unterstützung von NPCs unabdingbar, nur leider müssen diese erst durch die Erfüllung einer eigenen Quest davon überzeugt werden, sich dem Helden anzuschließen. Da sich manche Passagen scheinbar ohne deren Hilfe gar nicht lösen lassen, bleibt einem also gar nichts anderes übrig als diese Missionen auch zu erfüllen.

Gut gelöst wurde das Inventarsystem, das einen angewählten Gegenstand mit demjenigen vergleicht, welchen der Held gerade in Verwendung hat. So sieht man auf einen Blick, ob etwa die neu gewonnene Rüstung mehr Schutz bietet als die gerade verwendete.

Grafisch präsentiert sich Silverfall ganz manierlich, wobei es ab und an auch bei zurückgeschraubten Grafikeinstellungen zu unschönen Rucklern kommt. Die Dialoge der Spielfiguren wurden ordentlich synchronisiert, sodass sie recht stimmig klingen und zu einer dichten Atmosphäre beitragen. 

Die Steuerung wurde gut gelöst und geht problemlos, ohne nennenswerte Einarbeitungszeit, von der Hand, womit auch Neueinsteiger vor keine großen Hürden gestellt werden.

Fazit: Silverfall hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits findet man sich schnell und gut zurecht, taucht in die Spielwelt rasch ein, um dann unsanft aufgrund von Gameplay-Mängeln wieder in der Realität zu landen. Auch die Grafik reißt einen nicht wirklich vom Hocker. Fans des Genres werden an Silverfall durchaus eine zeitlang Gefallen finden, während Interessierte zuerst einen ausgiebigen Test wagen sollten.

Plattform: PC
Publisher: Monte Cristo
Krone.at-Wertung: 79%

Von Harald Kaplan

Montag, 17. Mai 2021
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