So und nicht anders

Ghost Recon Advanced Warfighter 2

Spiele
17.04.2007 12:57
Eine überaus packende und realistische Inszenierung sowie ein forderndes Gameplay machten Tom Clancy's Taktik-Shooter "Ghost Recon Advanced Warfighter" zu einem Dauerbrenner auf Konsolen und PC. Teil zwei des Spiels knüpft nicht nur an alte Erfolge an, sondern legt noch ordentlich einen drauf.

Mexikanische Rebellen haben in nicht allzu ferner Zukunft nukleare Sprengköpfe an der Grenze zu den USA in Stellung gebracht. Natürlich können sich das Scott Mitchell und seine möglichst unbemerkt und lautlos agierenden Ghosts nicht gefallen.

Bevor es aber ins Grenzgebiet geht, muss der Spieler ein mehrteiliges Tutorial absolvieren, um sich mit Steuerung und Befehlskontrolle vertraut zu machen. Im Gegensatz zum Multiplayer-Teil wird in der Singleplayer-Kampagne in der 3rd-Person-Perspektive gespielt, mittels Knopfdruck jedoch kann bestimmt werden, ob über die rechte oder linke Schulter geschaut werden soll. Besonders beim Agieren aus der Deckung heraus ein wichtiges Feature.

Ohne Deckung geht bei diesem Spiel ohnehin nicht viel, weshalb der Soldat nicht nur schleichen und kriechen kann, sondern auch wieder mit allerlei Gadgets ausgestattet ist, die ihm das unbemerkte Vorankommen in unwegsamen Terrain erleichtern sollen. Nebst Rauchgranaten und einem Gewehr, mit dem sich um die Ecke schießen lässt, sind es vor allem die fliegende Drone oder das MULE, die wertvolle Dienste verrichten. Letzteres ist ein per Funk kontrollierbares Landfahrzeug, welches zur Aufklärung, aber auch hervorragend als Nachschub-Lager oder mobiler Schutzschild eingesetzt werden kann.

So nett diese Spielereien auch sein mögen, ohne sein menschliches Team ist der Spieler meist aufgeschmissen. Wenn Scott nicht gelegentlich alleine durch die Wildnis streifen muss, stehen dem Spieler drei weitere Ghosts zur Verfügung, die wie bereits im Vorgänger über das Cross Com befehligt werden. Ein Knopfdruck wechselt zu den jeweiligen Helmkameras der Kollegen, ein weiterer Button weist den Kameraden neue Positionen zu, bei denen sie selbstständig Schutz suchen. Das Team kann dabei möglichst lautlos agieren und Aufklärungsarbeit betreiben oder bei Sichtkontakt mit Feinden auch direkt in die Offensive übergehen.

Zu Beginn einer jeden Mission gilt es ein Team zusammenzustellen und mit Waffen zu versorgen. Dabei sind die individuellen Stärken und Schwächen zu berücksichtigen: nicht jeder Nahkämpfer ist auch ein guter Schütze auf Distanz oder versteht sich auf das Ausschalten von gepanzerten Fahrzeugen. Nicht fehlen im Team sollte jedoch ein Sanitäter, der im Ernstfall das eine oder andere Leben retten kann.

Das ist auch bitter nötig, agieren die Gegner in "GRAW2" doch äußerst intelligent und geschickt. Während die Rebellen zu Beginn in der wüstenähnlichen Einöde Mexikos noch schnell aufzuspüren sind, hat der Häuserkampf so seine Tücken. Da müssen nicht nur strategisch wichtige Ziele mit viel Sprengstoff ausgeschaltet werden, sondern auch minutenlang Stellungen gehalten werden. Als ob das nicht schon spannend genug wäre, darf auch von Zeit zu Zeit aus einem Helikopter heraus das Feuer eröffnet oder die Artillerie befehligt werden.

Hat man sich durch die mit zwölf Leveln eher mager ausgefallene Single-Kampagne gekämpft, steht dem Spieler noch ein mehr als umfangreicher Multiplayer-Modus zur Verfügung, wobei bis zu vier Spieler über eine Konsole sowohl on- als auch offline per Splitscreen miteinander spielen können. Die maximale Spieleranzahl pro Session beträgt 16 Spieler. Neben Modi, in denen es alleine oder im Team alles platt zu machen gilt, gibt es auch "Gebiets-Missionen", in denen eine Stellung gehalten und zugleich Aufträge erfüllt werden müssen.

Das wirklich faszinierende an diesem Spiel ist jedoch die Präsentation - sowohl in optischer als auch akustischer Hinsicht. Die fast schon fotorealistisch wirkende Grafik weiß durch hervorragende Weitsicht und einen dynamischen Tages-, Nacht und Wetterwechsel zu bestechen. Besonders atemberaubend sind die Explosionen, die Häuser und Co naturgetreu in ihre Bestandteile zerlegen. Nicht weniger cineastisch auch der Soundtrack sowie Sprachausgabe, wobei die Sprüche der Ghosts dann doch ein wenig aufgesetzt wirken.

Fazit: Mit "Ghost Recon Advanced Warfighter 2" zeigt Ubisoft, was Next-Gen wirklich heißt und zu leisten hat. Ein Spiel, an dem sich viele andere künftig messen müssen. Optik, Sound und Gameplay sind top, lediglich die Singleplayer-Kampagne hätte etwas umfangreicher ausfallen können. Wer jedoch gerne online spielt, wird mit dem mehr als großzügigen Multiplayer-Part entlohnt.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PC
Publisher: Ubisoft
Krone.at-Wertung: 93%


von Sebastian Räuchle

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