Franz Jagerstätter

Unser seliger Märtyrer

Auch wenn die Vatikan-Diplomatie dazu noch wie ein Grab schweigt, so dürfte die Seligsprechung des Innviertler Bauern Franz Jägerstätter - wegen Verweigerung des Wehrdienstes von den Nazis am 9. August 1943 in Brandenburg an der Havel enthauptet - knapp bevorstehen. Dafür gibt es aus engster Umgebung von Papst Benedikt XVI. deutliche Signale.

Kardinal José Saraiva Martins, Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen, hat das positive Dekret mit der Anerkennung Jägerstätters als „Märtyrer des Glaubens“ in der Osterwoche dem Heiligen Vater zur „Approbation“, zur Unterschrift, übergeben: der finale Schlusspunkt des Seligsprechungsverfahrens, das am 7. Oktober 1997 vom damaligen Diözesanbischof Maximilian Aichern eingeleitet und nach dem Abschluss des intensiven diözesanen Informationsprozesses am 21. Juni 2001 an Rom übergeben wurde.

Nach der Unterschrift des Papstes muss die Veröffentlichung im „L´Osservatore Romano“, dem offiziellen Organ des Vatikans, erfolgen. So schreibt es das Protokoll vor. Erst danach wird die Diözese Linz offiziell verständigt. Die frohe Kunde könnte in Rom aber auch zurückgehalten werden, falls der Papst die Seligsprechung Jägerstätters, dessen Martyrium ihn schon in seiner Jugendzeit im benachbarten Bayern tief berührt hat, als „Geschenk“ mitbringen möchte, wenn er am 8. September Mariazell besucht.

Ort und Datum der Seligsprechung Jägerstätters, der heuer am 20. Mai 100 Jahre alt geworden wäre, wird Diözesanbischof Ludwig Schwarz Rom vorschlagen. Sie wird im Linzer Mariendom erfolgen, eine würdevolle Zeremonie wird aber auch in Jägerstätters Heimatort St. Radegund stattfinden. Bischöflicher Wunschtermin ist der Marienfeiertag 8. Dezember!  Für die heute 94 Jahre alte Witwe Franziska Jägerstätter, die ihren „Franzl“ seit 64 Jahren ins Gebet einschließt, ein lange ersehnter Freudentag, von dem sie und ihre drei Töchter stets geträumt haben.

 

 

 

Foto: "Krone"

Montag, 17. Februar 2020
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