Bären-Angst

Brunos Mutter auf Hühnerjagd

Ausland
06.04.2007 17:15
Die Braunbärin Jurka, Mutter des im Vorjahr abgeschossenen Braunbären Bruno, hat in den vergangenen Nächten in Südtirol wieder Hühner gerissen und Bienenstöcke beschädigt. Das italienische Umweltministerium will bis Mitte April entscheiden, was mit dem umtriebigen Tier geschehen soll.

Jurka, die als "Problembärin" eingestuft wird, soll nach Möglichkeit eingefangen und in ein Gehege gebracht werden. Falls die Fangversuche fehlschlagen, könnte die Bärin zum Abschuss freigegeben werden, vermutete die Tageszeitung "Dolomiten" am Freitag. Dies hatte Claudio Groff, Sprecher der Provinz Trient, Anfang der Woche noch ausgeschlossen: "Es ist nicht realistisch, dass wir Jurka erschießen werden."

Die Bärin lebt als Teil des EU-Projekts Life Ursus in Südtirol. "Sie ist die Lebhafteste unter unseren 21 Bären", erklärte Alberta Voltolini, Sprecherin des Adamello-Brenta-Parks, in dem die Tiere leben. Die Bärin zeigt wenig Scheu vor Menschen, wagt sich immer wieder in bewohnte Gebiete vor und lässt sich nur schwer vertreiben. 

Problemkinder
Tierschützer warnen vor auch vor ihren Kindern und einem neuen "Fall Bruno", die Behörden sind in Hab-Acht-Stellung. Denn die zwei gut ein Jahr alten männlichen Jungbären dürften sich in Kürze von ihrer Mutter Jurka lösen und auf Wanderschaft gehen, während das Jungweibchen in der Region bleibt - und sie dürften ähnlich frech sein wie ihr älterer Bruder. 

Schlechte Kinderstube
Als sicher gilt aber, dass die neunjährige Bärin ihre Nachkommen JJ3, JJ4 und JJ5 - dritter, vierter und fünfter Sprössling von Jurka und Vater Jose - ähnlich erzogen hat wie Bruno. Von ihr lernten sie, wie man Hühnerställe plündert und Schafe reißt, ohne erwischt zu werden. Jurkas Trick, den sie auch an Bruno weitergab: Sie kommt nie an den Ort ihrer Taten zurück.

"Man muss sich darauf einstellen, dass sich der neue Wurf ähnlich verhält und dass damit vergleichbare Probleme verbunden sind", sagt der Sprecher von Bayerns Umweltministerium, Roland Eichhorn. "Das kann bedeuten, dass der Bär kaum zu fangen, zu besendern und gezielt zu vergrämen ist." Der von Politikern als "Problembär" eingestufte Bruno, der gerade wegen seiner Dreistigkeit so viele Sympathien gewonnen hatte, war nach wochenlangem Katz- und Maus-Spiel im Juni 2006 erlegt worden.

Abschuss nur bei Versagen aller anderen Maßnahmen
Diesmal sieht sich der Freistaat für einen Bären besser gerüstet. "Der Bärenplan steht", sagt Eichhorn. Nur als letztes Mittel sieht der Plan einen Abschuss vor - wenn der Bär gefährlich ist, nicht gefangen werden kann und alle anderen Maßnahmen versagt haben.

Experten setzen auf Abschreckung
Experten verlangen, die Jungbären wie Mutter Jurka möglichst schnell mit Sendern zu versehen. "Das wäre eine erhebliche Erleichterung", sagt Eichhorn. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
06.04.2007 17:15
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung