„Weil er so brav ist, macht er mir´s Leben schwer“, lacht der Mollner Bärenanwalt Walter Wagner: Während „Problembären“ wie einst „Bruno“ und jetzt Mama „Jurka“ blutige Spuren hinterließen, grast der 75-prozentige Vegetarier „Moritz“ nur unbemerkt Bärlauchfelder ab. Dazu kommt der 200 Kilo schwere Koloss aus seinem 1000 Meter hoch gelegenen Lebensraum auch in die Täler an die Ufer: Das idyllische Weißenbachtal zwischen Bad Ischl und dem Attersee ist sein Lieblingsplatzerl. Dort hat er überwintert und dorthin ist er nun nach einem Ausflug über Strobl ins Salzburger Nachbarland zurückgetrottet. Diesmal über die Südflanke des Schafbergs und das Nordufer des Wolfgangsees, wie frische Spuren beweisen.
Immer weit außerhalb des Zivilisationslärms, erklärt Wagner: „,Moritz´s Streifgebiet ist 200 Quadratkilometer groß und wenn er will, legt er in einer einzigen Nacht 30 Kilometer zurück.“ Die jüngste Bärenfährte am Arlingsattel im Bosruckgebiet dürfte aber von einem steirischen Artgenossen stammen, der auch schon im oberösterreichischen Unterlaussa zu Besuch war. DNA-Analysen der Losungen sollen nun die Identität klären.
Foto: Christof Birbaumer
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