Blutige Gefechte

Hunderte Tote nach Kämpfen in Mogadischu

Ausland
02.04.2007 08:55
Bei den schwersten Kämpfen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu seit mehr als fünfzehn Jahren sind offenbar hunderte Menschen ums Leben gekommen. Nach viertägigen Gefechten zwischen den äthiopischen Interventionstruppen und islamischen Widerstandskräften ist am Montag zunächst Ruhe eingekehrt. "Das ist das erste Mal seit vier Tagen, dass wir keine Einschläge hören", sagte ein Reporter.

In den Straßen der Stadt lagen zahlreiche Leichen. Eine genaue Zahl der Todesopfer konnte nicht ermittelt werden. Äthiopische Truppen, unter deren Schutz die vom Westen unterstützte Regierung des Präsidenten Abdullahi Yusuf Ahmed sich in Mogadischu installiert hat, hatten am Wochenende angegeben, etwa 200 Islamisten getötet zu haben. Augenzeugen berichteten von mehreren hundert Zivilisten, die bei den Kämpfen ums Leben gekommen seien.

Anführer des einflussreichsten Clans der Hawiye, der der Regierung gegenüber feindlich eingestellt ist, hatten am Sonntag erklärt, einen Waffenstillstand mit den Äthiopiern ausgehandelt zu haben. Vorhergegangene Abkommen waren gescheitert.

Am Samstag war auch der erste Friedenssoldat der Afrikanischen Union aus Uganda in Mogadischu ums Leben gekommen, fünf weitere wurden verletzt. Die Afrikanische Union hatte beschlossen, mit einem Mandat des UNO-Sicherheitsrates eine Friedenstruppe aus 8.000 Mann in das ostafrikanische Bürgerkriegsland zu entsenden. Bisher sind aber nur 1.500 Mann aus Uganda eingetroffen.

Islamistische Milizen hatten Mogadischu ein halbes Jahr lang beherrscht und durch Anwendung der Scharia für etwas Stabilität gesorgt, nachdem sie die von den USA unterstützte Warlord-Allianz geschlagen hatten, deren Führer jetzt in der von Äthiopien gestützten Regierung sitzen. Die Warlords hatten nach dem Sturz des Diktators General Mohammed Siad Barre 1991 Chaos und Anarchie verbreitet

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