Der 13. Verhandlungstag im neuen Prozess um den Raubmord an der Salzburger Taxilenkerin Claudia Deubler (28) war kein guter für einen der damaligen Ermittler (45), der am Donnerstag als Zeuge aussagte.
Bezug nehmend auf die Verhandlung im Jahr 1994, in der Peter Heidegger schuldig gesprochen und zu 17 Jahren Haft verurteilt wurde (später wurde die Strafe auf 20 Jahre erhöht), warf ihm Richterin Bettina Maxones-Kurkowski vor: „Sie haben im Prozess gelogen, damit sie Heidegger als Täter halten können. Wir reden nicht von Schlamperei, sondern davon, dass ein Ermittler lügt!“
Denn die Papiere der ermordeten Taxilenkerin sind wo anders gefunden worden als seinerzeit im Protokoll festgehalten wurde. „Ihre Geschichte halte ich für einen totalen Blödsinn“, kritisierte die Richterin und fasste die Einvernahmen anderer Kriminalisten kurz zusammen: „Alle reden umeinander, aber eine klare Aussage gibt es nicht.“
Für sie war völlig unverständlich, dass die Aussage von Daniel Neuwirth „überhaupt kein Thema war“. Der heute 29-Jährige hatte schon damals behauptet: „Ich war beim Raubüberfall dabei, als Tomi Schöndorfer plötzlich die Pistole zog und die Frau erschoss!“ Die Richterin: „Was Neuwirth sagte, hat besser zusammengepasst als alles, was Heidegger je gesagt hat.“
Einer tut das heute noch, obwohl er ein Strafverfahren wegen Verleumdung und Falschaussage am Hals hat: Matiar B. (59). Der behauptete auch am Donnerstag bei einer Gegenüberstellung mit Peter Heidegger: „Ja, das ist der Mann, den ich damals nahe des Tatorts in mein Auto steigen ließ und mit nach Salzburg nahm.“ Und er erinnert sich auch noch ganz genau an das Datum 30.9.1993 in Wehrdienstbuch, das er sich von seinem Fahrgast hatte zeigen lassen. Nur: Das steht dort nirgends! Die Richterin: „Ist es verschwunden, weggezaubert worden, oder haben sie sich geirrt?“ „Nein, ich habe mich nicht geirrt!“
Peter Heidegger nahm es kopfschüttelnd zur Kenntnis und sagte, diesmal als Zeuge, aus: „Ich bin nie am Tatort gewesen!“
Der Prozess gegen Schöndorfer und Neuwirth wird Mitte April fortgesetzt.
Foto: Joachim Maislinger
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