20.03.2007 16:33 |

"Herabwürdigend"

McDonald's wehrt sich gegen "McJob"

Der amerikanische Fastfood-Konzern McDonald's setzt sich gegen einen Eintrag im wichtigsten englischsprachigen Wörterbuch zur Wehr. Die US-Firma will nach Informationen der "Financial Times" erreichen, dass der Begriff "McJob" als Synonym für Billigjobs aus dem Oxford English Dictionary wieder verschwindet.

Ein "McJob" wird dort als nicht anregende, gering bezahlte Tätigkeit mit wenig Zukunftsaussichten definiert. Der Begriff tauchte zum ersten Mal in den 80er Jahren in den USA auf. Auch der Duden kennt den Begriff, allerdings mit der Schreibweise "Mc-Job".

In einem Brief an den britischen Wörterbuchverlag beschwerte sich McDonald's, dass der Eintrag veraltet und herabwürdigend sei. "Wir sind der Meinung, dass das den Bezug zur Realität verloren hat. Vor allem aber ist es eine Beleidigung gegenüber all den talentierten, engagierten und hart arbeitenden Menschen, die jeden Tag unsere Kunden bedienen", heißt es in dem Schreiben. Der Verlag kündigte eine Überprüfung an. Alles in allem umfasst das Wörterbuch etwa 500.000 Einträge.

McDonald Deutschland sieht das Problem "eher entspannt". Ein Sprecher in München sagte, rechtlich werde nichts gegen den Eintrag im Duden unternommen. Allerdings sei die Definition "überholt" und entspreche "angesichts aller Rankings längst nicht der Realität". Möglicherweise werde man darüber einmal mit der Redaktion mal sprechen.

"Wir warten erst einmal ab, ob sich McDonald's auch bei uns meldet", sagte der Leiter der Dudenredaktion im deutschen Mannheim, Matthias Wermke. "Unsere Aufgabe ist es, den authentischen Sprachgebrauch zu dokumentieren", betonte Wermke. Der Begriff "Mc-Job" sei zwar umgangssprachlich, aber nicht herabwürdigend: "Das würde bedeuten, dass man die Speisen von McDonald's als minderwertig betrachtet - und das würde ich überhaupt nicht so sehen."