In den Tod geworfen

Haftbefehl gegen Mutter des toten Säuglings

Ausland
21.03.2007 17:09
Dramatische Wende im Fall um den brutalen Tod eines Babys, das aus einem Hochhaus in Hamburg geworfen wurde: Die Polizei beantragte am Mittwochnachmittag Haftbefehl gegen die 26 Jahre alte Mutter des kleinen Mädchens. "Es besteht der Verdacht, dass sie ihr Kind selbst getötet hat", teilte die Polizei mit. Zeugenaussagen und Tatortbefunde hätten Zweifel an der Aussage der 26-Jährigen aufkommen lassen, die zuvor den mutmaßlichen Vater des Kindes der Tat beschuldig hatte. Zudem habe sie sich in Widersprüche verwickelt.

Damit stellt sich der Fall komplett anders dar, als einen Tag zuvor. Die 26-Jährige hatte sich am Dienstag bei der Polizei gemeldet. Dort gab sie an, ihr 23 Jahre alter Freund habe das Kind aus der Wohnung im 10. Stock geworfen. Der Mazedonier soll Vater des Kindes sein. Daraufhin suchte die Polizei deutschlandweit mit einer groß angelegten Fahndung nach dem Mann. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde die Aktion inzwischen eingestellt.

Ein Spaziergänger hatte die Leiche des neu geborenen Babys am vergangenen Samstag auf dem Rasen vor dem 20-stöckigen Hochhaus entdeckt. Das Mädchen steckte in einer Plastiktüte. Der Passant alarmierte die Polizei. Diese überprüfte in einer Großaktion am Wochenende zahlreiche Wohnungen in dem riesigen Komplex.

Der gewaltsame Tod des kleinen Mädchens löste Trauer und Entsetzen in der Hochhaussiedlung aus. Anwohner legten Blumen und Plüschtiere nieder. Untersuchungen der Rechtsmediziner hatten ergeben, dass das Kind nach der Geburt lebte und erst durch den Aufprall und die Sturzverletzungen starb.

Die Fahndung nach dem 23 Jahre alten, mutmaßlichen Kindesvater wurde eingestellt. Nach dem Mann wurde seit Montag deutschlandweit gefahndet.

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