Gewaltspirale

Erneuter Gewaltausbruch in Gaza

Ausland
16.03.2007 21:56
Ungeachtet der Einigung der rivalisierenden Palästinensergruppen auf eine gemeinsame Regierung ist es im Gazastreifen am Freitag zu neuer Gewalt gekommen. In der Stadt Deir al-Bala erschossen Unbekannte einen Fatah-treuen Geheimdienstoffizier. Unterdessen kamen aus europäischen Staaten die ersten Hinweise auf ein Bröckeln der westlichen Boykott-Front gegen die Palästinenser-Regierung.

Am Donnerstag hatte Präsident Abbas von der Fatah die Vorschlagsliste von Ministerpräsident Haniyeh für ein gemeinsames Kabinett angenommen. Die Minister sollen laut der Hamas nach einer Vertrauensabstimmung des Parlaments am Samstag vereidigt werden.

Ärzten und Anwohnern zufolge starb der Geheimdienstoffizier Asserhi, als Unbekannte sein Auto beschossen. Ein weiterer Insasse des Wagens sei verletzt worden. In Gaza schossen Unbekannte offiziellen Angaben zufolge im Vorbeifahren auf das Auto des örtlichen Leiters einer UN-Hilfsorganisation. Offensichtlich handelte es sich um einen Versuch den UN-Mitarbeiter zu verschleppen.

Am Donnerstag hieß es in diplomatischen Kreisen, Großbritannien wolle entgegen dem Wunsch Israels seinen Diplomaten Kontakte zur neuen palästinensischen Regierung erlauben. Das Land werde keinen Umgang mit der islamistischen Hamas pflegen, sagte ein hochrangiger europäischer Diplomat am Freitag.

Zu Regierungsmitgliedern, die nicht der Hamas angehörten, dürften britische Diplomaten aber Verbindungen aufnehmen. Ein Sprecher des Außenministeriums in London sagte dazu, Großbritannien werde die Einheitsregierung nach ihren Handlungen beurteilen. Die bisherige Hamas-Regierung war wegen ihrer Weigerung, Israel anzuerkennen und der Gewalt abzuschwören, vom Westen boykottiert worden.

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