Prozessbeginn

Tochter musste sterben, ehe sie Mutter verließ

Hochspannung vor dem morgigen Linzer Mordprozess gegen die Mutter (43), die ihre Tochter (21) geköpft, zerstückelt, verbrannt und in der Donau versenkt haben soll: Wird die Angeklagte ein Motiv der Wahnsinnstat verraten? Bisher gibt’s nur Vermutungen: Dass die liebende Mutter ihr geliebtes Kind nicht dem geschiedenen Vater vergönnen und überlassen wollte.

Für diese Version sprechen Indizien: Romana Miny soll auffallend eifersüchtig darauf reagiert haben, dass sich Sandra in letzter Zeit zu ihrem leiblichen Vater hingezogen gefühlt hat - besonders zum kleinen Stiefbruder. Das Mädchen hat die Familie zu Weihnachten 2005 besucht und im Jänner 2006 schon wieder ein Wochenende in Retz verbracht. Sandra erzählte ihrem Vater dabei nichts von Streitigkeiten mit der Mutter, nichts vom Ausreißen oder Auswandern. Und auch nichts vom Einrichten eines Postfachs, mit dem Romana Miny offenbar vorzeitig das Verschwinden ihrer Tochter tarnen wollte.

Ihren perfekt geplanten Mord? Laut Anklage wurde Sandra getötet, nachdem sie von Verwandten vom Vater zur Mutter gebracht worden war. Erwürgt oder erschlagen? Das kann auch der Gerichtsmediziner nicht beantworten, weil der Kopf des Opfers fehlt. Und die Angeklagte verweigert jede Aussage. Wird sie beim Prozess reden? Bisher haben Polizisten, Psychiater, U-Richter und Verteidiger keine Antwort bekommen.

 

 

Foto: Chris Koller

Dienstag, 22. Juni 2021
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