Henriette Haill wurde als Tochter eines Konditors „im Dörfl“ am Römerberg in Linz geboren. Ärmliche Verhältnisse bestimmten ihre Kindheit und Jugend. Bereits im Alter von 12 Jahren begann sie zu arbeiten.
Zeitlebens galt sie als begabte Heimatdichterin, die aufgrund ihrer kommunistischen Einstellung zudem politisch engagiert war. Was fasziniert die Biografin Christine Roiter (42) an der Person Haill? „Sie betonte ihre Bescheidenheit und besaß gleichzeitig einen ungeheuren Drang nach draußen. Sie ging trotz Familie auf die ,Walz´. Ein Großteil ihres Werks ist daher der Ausdruck des Lebensgefühls in den zwanziger Jahren.“ Zurückgeblieben ist ein literarisches Zeitbild von Linz. Der Nachlass Haills - zwei Wäschekörbe voll mit Mappen und Zetteln - befindet sich in Privatbesitz.
Haill hatte zu Lebzeiten als Schriftstellerin etwas Bedeutung erlangt, nach ihrem Tod aber wurde sie völlig vergessen. „Ich will mit der Biografie aufzeigen, dass nicht nur Männer dieser Zeit etwas zu sagen hatten“, so Roiter.
Roiter: „Henriette Haill - Annäherung an einen vergessenen Engel“, Der andere Verlag, 21,90 Euro
Foto: Chris Koller
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