Öl gerettet, aber:

Bagdads Museen verloren Hälfte der Kunstwerke

Wissen
03.05.2003 14:31
Das irakische Nationalmuseum in Bagdad hat nach Angaben des Altorientalisten Walter Sommerfeld während der Plünderungen rund 100 000 Ausstellungsstücke verloren.
Dies entspreche mehr als der Hälfte desGesamtbestandes von rund 180 000 Exponaten, sagte der Universitätsprofessorder "Berliner Zeitung" (Samstag). Sommerfeld leitet an der MarburgerUniversität das Institut für Orientalistik und hältsich derzeit in Bagdad auf, um dem Museum bei der Bestandsaufnahmezu helfen, wie das Blatt berichtet. 
  
Bis auf die assyrischen Reliefs, die zu großund zu sicher befestigt gewesen seien, sei alles aus den Ausstellungsräumenentfernt oder zerschlagen worden. 
  
Entgegen früheren Meldungen seien aber dieInventarbücher erhalten geblieben, sagte Sommerfeld. So könnejetzt zumindest festgestellt werden, was fehlt. 
  
Das Museum besitze beispielsweise rund 80 000 Keilschrifttexte(siehe Beitragsbild) aus drei Jahrtausenden, die Auskunft gebenüber Kultur und Alltag der Sumerer, Babylonier und Assyrer."Das sind Unikate. Wenn die weg sind, sind auch diese Informationenweg und nie wiederzugewinnen", sagte der Professor. 
  
Es gebe Indizien, dass "sachkundige Gruppen gezieltzugelangt" hätten. Denn berühmte Denkmäler, dieim Museum nur in Nachbildung erhalten waren, seien am Ort gelassenworden. 
  
"Diese Leute wussten, was echt war oder nicht",sagte Sommerfeld. Die kostbarsten Stücke wie der Goldschatzvon Nimrod oder Geräte von assyrischen Königen aus demersten Jahrtausend vor Christus seien in der irakischen Zentralbankeingelagert gewesen, deren Haupttresor von den Plünderernnicht geknackt werden konnte. 
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