08.03.2007 13:19 |

Milliardenverluste

Korruption im Irak nimmt gigantische Ausmaße an

Die Korruption hat im Irak im vierten Jahr nach dem Einmarsch der USA Ausmaße erreicht, wie es sie selbst zu Zeiten der Diktatur unter Saddam Hussein nicht gegeben hat. Nach Angaben des Vorsitzenden der Anti-Korruptionsbehörde wird derzeit sogar gegen acht Minister und 40 Generaldirektoren ermittelt. Es geht um Milliardenbeträge. Die Betroffenen haben sich allesamt ins Ausland abgesetzt.

In den aktuellen Ermittlungsverfahren der Behörde geht es um veruntreute öffentliche Gelder in Höhe von insgesamt acht Milliarden Dollar. Unabhängige Beobachter in Bagdad berichten, es sei inzwischen schwer, einen Beamten zu finden, der eine Dienstleistung ohne Bestechung erbringe.

Der Anti-Korruptionschef räumte ein, dass es selbst in seiner Behörde schon einzelne Fälle von Korruption gegeben hat. "Die Behörde gibt es noch nicht sehr lange, vielleicht gibt es in ihr Probleme, aber diese Probleme haben nicht das von ihren Kritikern behauptete Ausmaß." Im jüngsten Korruptionsindex der Organisation Transparency International war der Irak zu den vier korruptesten Staaten der Welt gezählt worden.