08.03.2007 06:59 |

101. Störfall

AKW Temelin: Erneut Kühlwasser ausgetreten

In dem grenznahen tschechischen Atomkraftwerk Temelin ist zum zweiten Mal innerhalb einer Woche leicht radioaktives Wasser ausgetreten. Rund 1.100 Liter Kühlflüssigkeit seien aus einer undichten Leitung im ersten Block geflossen, bestätigte AKW-Sprecher Milan Nebesar am Mittwoch. Der insgesamt 101. Störfall seit Inbetriebnahme der südböhmischen Anlage im Oktober 2000 habe sich bereits am Dienstagmittag ereignet.

Da das Wasser von einer speziellen Einrichtung aufgefangen worden sei, habe keine Gefahr für die Umwelt bestanden, sagte Nebesar. Erst in der vergangenen Woche waren in Temelin etwa 2000 Liter radioaktiv belastetes Wasser ausgelaufen, da ein Arbeiter versäumt hatte, ein Ventil zu schließen.

Das tschechische Amt für nukleare Sicherheit (SUJB) kritisierte die neuerliche Störung scharf. "Kaum läuft der Block, kommt es zur Panne - das ist inakzeptabel", sagte SUJB-Chefin Dana Drabova. Temelin-Direktor Vladimir Hlavinka versprach nach einem Telefonat mit Drabova eine genaue Untersuchung des Vorfalls. "Wir müssen gegen solche Störungen rasanter vorgehen und in Zukunft Sanktionen nicht mehr ausschließen", sagte Hlavinka.

Österreichische Politiker reagierten am Mittwoch mit Kritik auf die neue Panne in dem Reaktor, der rund 100 Kilometer von der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz und etwa 230 Kilometer von München entfernt ist. Temelin-Gegner vor allem in Österreich und Bayern fordern die Stilllegung des AKWs.