Manfred Hebenstreits Malerei stand bisher in starkem Bezug zu seinen Reisen. Oft hält er sich in hoch gelegenen Dörfern in Kroatien auf. Der Ausblick auf das Meer, der von weichen Landzungen begrenzt wird, regt ihn immer wieder zu Gemälden an. Diese Gemälde sind heute längst charakteristisch für Hebenstreit (49). Sie zeichnen sich durch weiche, gedämpfte Blau- und Grautöne aus. Noch leicht am Naturvorbild orientiert, entwickeln sich auf diesen lichtdurchfluteten Hintergründen Skizzen von Landschaften. In der aktuellen Schau sind Beispiele dieser malerischen Ausblicke zu sehen.
Doch Hebenstreit lässt sich nicht absolut festlegen, er sucht auch nach dem Neuen. In der Darstellung von Blumen hat er es gefunden. Zwar ist das Thema für die Malerei nicht neu, denn „Blumenbilder“ haben alle großen und viele kleine Maler immer wieder versucht.
Doch Hebenstreit öffnet sich einem neuen Medium, nämlich der Fotografie, die über Drucktechniken direkt in die Malerei eingreift. So zeigt er Fotos auf Glas gedruckt, die er dann stellenweise übermalt. Auch die Blüten - erotisch aufgeladene Nahblicke - haben Fotos im Hintergrund, die aber völlig in der Wirkung zurücktreten. Die Blätter, Kelche und Stängel entstehen durch Malerei, die Farbe und Licht so bündelt, dass die Blumen als „Lichtwesen“ zur Geltung kommen. Berauschend!
Galerie Thiele, bis 16. März: Dienstag bis Freitag 10 - 12 und 15 - 19, Samstag 10 - 16 Uhr
Foto: Manfred Hebenstreit
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.