Held in Strumpfhose

Superman Returns

Spiele
13.02.2007 18:17
Ist es ein Vogel? Ein Flugzeug? Nein, denn Superman fliegt wieder. Allerdings mit einer gewissen Zeitverzögerung, denn während die Abenteuer von Clark Kent schon längst im Kino zu bewundern waren, haben sich die Programmierer des Spiels "Superman Returns" bewusst mehr Zeit gelassen.

Alles beginnt, wie es sich für die Abenteuer von Superman gehört, in Metropolis, Heim des Daily Planet und von Lois Lane. Bevor der schizophrene Superheld allerdings zum Turteln kommt, gilt es die Stadt vor einem Meteoritenhagel zu beschützen. Bei dieser Mission kann sich der Spieler auch gleich mit der Steuerung und Supermans Superkräften vertraut machen.

Da wäre zum einem seine Superpuste, mit der sich Flammen aushauchen lassen, der Eisatem, der sich besonders gut gegen die rot glühenden Meteoriten einsetzen lässt, sowie der allseits bekannte Hitzeblick, mit dem wiederum die eisigen Himmelsgeschosse im Handumdrehen verglühen. Die Schwierigkeit der ersten Mission besteht jetzt nicht so sehr im Zerstören der heranrasenden Himmelskörper, sondern vielmehr im Ausfindigmachen selbiger.

Mit einer Gesamtfläche von über 200 Quadratkilometern ist Metropolis nämlich äußerst groß ausgefallen. Zu Fuß käme der Superheld da nur äußerst schleppend voran. Glücklicherweise schwebt er aber per Knopfdruck durch die Luft und kann sogar mittels Turbo-Boost noch einen Zahn zulegen. Eine Mini-Map bzw. Markierungspfeile weisen ihm dann den Weg zum nächsten Ziel. Ganz so einfach fliegt es sich dann aber doch nicht, versperren doch immer wieder hohe Wolkenkratzer den Weg.

Bevor sich Superman den weiteren Verbrechen der Stadt widmen kann, winkt ein Ausflug in die "Warworld", deren Herrscher Mongul den Superhelden zum intergalaktischen Gladiatorenkampf antreten lässt. Diese Mission fungiert als zweiter Teil des Tutorials, in dem sich der Spieler mit Hieb- und Schlagtechniken vertraut machen kann. Superman beherrscht allerdings nicht nur jede Menge (recht umständlich auszuführende) Kombos, sondern kann auch jeden beliebigen Gegenstand in ein tödliches Wurfgeschoss verwandeln. Spätestens hier bemerkt der Spieler auch, dass Superman selbst zwar nicht sterben kann, die Mission aber scheitert, sobald zu viele unschuldige Zivilisten hops gehen.

Zurück in Metropolis geht es dann so richtig zur Sache, wenn Supermans alte Bekannte Metallo, Bizarro und andere Schurken die Stadt unsicher machen. Wirkliche Missionen gibt es fortan nicht mehr, vielmehr hetzt Superman von einem Krisenherd zum nächsten, besiegt Widersacher, löscht Brände oder fliegt verletzte Passanten ins Spital. Während Metallo & Co. mit schlagkräftigen Argumenten zur Strecke gebracht werden müssen, verlangen die Aufgaben von Mr. Mxyzptlk ein wenig mehr taktisches Geschick. In kleinen Wettaufgaben, zum Beispiel Wettfliegen, messen sich Superheld und sein Gegenspieler. Für jede gewonnene Wette gibt es Punkte, die dann den Fertigkeiten Supermans zu Gute kommen. Ein wirklich RPG-haftes Aufleveln gibt es aber nicht, der Spieler kann vielmehr zusehen, wie sein Superheld Schrittchen für Schrittchen stärker wird.

Ein weiteres Manko neben dem eintönigen und sich stets wiederholendem Leveldesign ist die Grafik. Verzückt das Spiel über den Dächern von Metropolis noch mit einer famosen Weitsicht und einem eindrucksvollen Geschwindigkeitsrausch beim Fliegen, so wirken die Straßen aus nächster Nähe absolut grau und farblos. Auch begegnet man alle paar Meter wieder den selben Passanten, so dass zu keiner Zeit das Bild einer lebendigen Metropole entstehen möchte. Der Held selbst scheint auch schon bessere Zeiten erlebt zu haben, wirkt er über weite Strecken doch recht leblos und klotzig. 

Bestnoten gibt es hingegen für den filmreifen Soundtrack, die bombastischen Effekte und Klangkulisse der Stadt sowie die sehr gut gelungene Lokalisation, für die man die Original-Synchronsprecher des Filmes gewinnen konnte.

Fazit: Guter Sound und Weitsicht können "Superman Returns" nicht davor bewahren, eine doch recht maue Filmumsetzung geworden zu sein. Die matschige Grafik am Boden, eine zum Teil störrische Kamera, sich wiederholende Quests und Schurken sowie umständlich ausgefallene Kombos, die dann doch zum Button-Smashing verleihen, lassen den Superhelden nicht gerade super dastehen.

Plattform: Xbox360 (getestet), PS2, DS, GBA
Publisher: Electronic Arts
Krone.at-Wertung: 64%


von Sebastian Räuchle

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