„Wir fordern schon seit Jahren mehr Frauenärztinnen“, kennt Mag. Friederike Widholm, Leiterin des Linzer Frauengesundheitszentrums, das Dilemma. „Es heißt immer nur, das wird sich von selber lösen.“ Die Hoffnung besteht: „Denn 90 Prozent der Ärzte in Ausbildung zum Gynäkologen sind bereits Frauen“, sagt Widholm.
Auch die Welser SP-Frauen werden immer wieder mit diesem Wunsch konfrontiert. „Wir haben acht Gynäkologen mit Kassenvertrag. Ihre beiden Kolleginnen sind Wahlärzte“, unterstützt Stadträtin Silvia Huber das Anliegen.
Friederike Widholm ist außerdem überzeugt: „Männer würden nie zu einem weiblichen Urologen gehen.“ Es gibt auch kaum welche, obwohl die Linzer Frauenärztin Dr. Maria Dines weiß: „Etwa die Hälfte der Urologie-Patienten sind Frauen. Viele würden auch da lieber zu einer Ärztin gehen, besonders bei Tabu-Leiden wie etwa Harninkontinenz.“
„Diese Männerdomäne fängt zu bröckeln an!“
Die Linzer Gynäkologin Dr. Maria Dines weiß, dass sich ihre Patientinnen bei einer Frau besser verstanden und aufgehoben fühlen. „Jede Kassenärztin ist überlaufen, und auch Wahlärztinnen haben genug zu tun.“
Warum sind die Männer so in der Überzahl?
Das ist einfach Tradition. Es gibt aber bereits viele Wahlärztinnen, und in der Ausbildung bilden Frauen schon die Mehrheit. In Zukunft wird es sicher ausgewogener sein, die Männerdomäne bröckelt.
Welche Frauen kommen zu Ihnen?
Auffallend viele, wenn sie in die Wechseljahre mit den hormonellen Umstellungen kommen und auch sehr viele junge Mädchen, die zum ersten Mal einen Frauenarzt aufsuchen.
Nennen sie ihre Gründe?
Ja, sie sprechen es ganz deutlich aus: Es redet sich einfach leichter mit jemandem, dem es genau so geht, der Schwangerschaft und Geburt selbst erlebt hat.
Ziehen Sie selbst ebenfalls eine Ärztin vor?
Auf jeden Fall.
Foto: Horst Einöder
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