Bevor der Spieler allerdings mit seinem Helden das Königreich Aranna bereisen und von Unholden säubern kann, muss er sich zwischen drei Charakteren entscheiden. Wie bereits zur Genüge aus anderen Genre-Vertretern bekannt, stehen ein Krieger, eine Magierin (bzw. hier eine Elben-Schattenläuferin) und ein Kampfmagier zur Auswahl. Soweit, so typisch.
Neu ist hingegen, dass dem Spieler ein Begleiter zur Seite gestellt wird, so dass die eigene Unzulänglichkeit des Kampfmagiers im Nahkampf beispielsweise durch die Stärke eines Steingolems ausgeglichen werden kann. Gegen bare Münze können die Fähigkeiten der Begleiter zwar trainiert werden, zu viel Hilfe sollte man sich aber nicht erwarten, bleibt die Drecksarbeit aufgrund der eher dürftigen KI doch meist am Spieler hängen. Im Laufe des Spiels können neue Gefährten gekauft, überzeugt oder auf andere Art freigeschaltet werden, bevor sie sich dem Kreuzzug anschließen.
Hat man sich für Figur und Begleitung entschieden, kann das Abenteuer beginnen. Zwar hat jeder Charakter seine eigene Geschichte, das Resultat ist jedoch immer das gleiche: Mit scharfer Klinge, spaltender Axt, treffsicherem Bogen und allerlei Magie gilt es den zahlreichen Schurken ihr finsteres Handwerk zu legen. In typischer Hack'n'Slay-Manier metzelt der Spieler sich so durch die Gegend, sammelt Erfahrung, Geld und neue Items ein.
Die erkämpften oder erplünderten Gegenstände finden sich daraufhin in einem sehr übersichtlich gestalteten Inventory wieder, in dem der Spieler per Knopfdruck bequem und schnell die Eigenschaften von angelegten und eingesammelten Items miteinander vergleichen kann. Zudem können hier durch gewonnene Erfahrungen Attribute wie Stärke, Beweglichkeit oder Glück verbessert und besondere Fertigkeiten (aktiv oder passiv) ausgebaut werden. Spannend wird es noch einmal ab Stufe 30, wenn der Spieler sich auf eine Heldenklasse spezialisieren muss. Noch einmal 30 Stufen später folgt eine weitere Spezialisierung.
Damit es auf dem Weg dorthin nicht fad wird, sorgen zahlreiche Nebenquests und die zu Erkundungen einladende Landschaft für Abwechslung. Ob üppige Wälder, eisige Frost-Landschaften oder düstere Dungeons: "Throne of Agony" ist ein wahrer Augenschmaus, der die Leistungsfähigkeit der PSP voll ausreizt. Die aufwendig und abwechslungsreich gestalteten Szenarien, der dynamische Wechsel zwischen Tag und Nacht sowie die farbenfrohen Magie-Effekte können voll und ganz überzeugen. Bei zu viel hektischem Treiben kann die PSP aber auch schon mal in die Knie gehen oder sich - wie im Test - auch ganz aufhängen.
Gut auch die Sprachausgabe, die allerdings mit dem orchestralen Soundtrack und der stimmungsvollen Geräuschkulisse nicht ganz mithalten kann.
Wer am Ende mit allen drei Helden den Oberbösewicht zur Strecke gebracht hat, darf in einem kooperierenden Mehrspielermodus das Abenteuer mit einem weiteren Mitspieler von vorne beginnen. Besitzer der PSP-Version und "Dungeon Siege 2: Broken World" können zudem Gegenstände zwischen den Spielen tauschen.
Fazit: "Dungeon Siege: Throne of Agony" erfindet das Genre sicher nicht neu, macht mit ansprechender Grafik, tollem Leveldesign und gutem Sound aber jede Menge Spaß. Da lässt sich getrost über die zu lang geratenen Ladezeiten und die schwächelnde KI von Begleitern und Gegnern hinwegsehen.
Plattform: PSP
Publisher: 2K
Krone.at-Wertung: 84%
von Sebastian Räuchle
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