"Pariser Prinzipien"

Kindersoldaten werden verboten

Ausland
06.02.2007 21:27
Die Regierungen von 58 Staaten haben sich am Dienstag zum besseren Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten verpflichtet. Die Delegationen unterzeichneten auf einer Konferenz des UN-Kinderhilfswerks UNICEF in Paris eine politische Erklärung, die den Einsatz von Kindersoldaten verbietet und die Wiedereingliederung der Betroffenen in die Gesellschaft verlangt.
Die "Pariser Prinzipien" sind der größte Schritt zum Schutz von Kindern in Kriegen seit zwanzig Jahren. Laut UNICEF werden weltweit mindestens 250.000 Minderjährige in bewaffneten Konflikten eingesetzt, als Soldaten, Spione, Träger, Köche oder Sexsklaven. Von "kleinen Zeitbomben" sprach der französische Außenminister Douste- Blazy, der die zweitägige Konferenz mit organisierte. Österreich war durch Staatssekretär Winkler vertreten.


Die Erklärung verbietet den Staaten, Kindern das Tragen von Waffen zu erlauben. Auch in einem Krieg verpflichten sich die Regierungen, nach Kindersoldaten zu suchen, diese zu entwaffnen und die für ihre Rekrutierung Verantwortlichen zu bestrafen. Das Dokument ist zwar juristisch nicht bindend, aber es werde eine große politische Wirkung erzeugen, sagte Douste-Blazy zum Abschluss der Konferenz.


Mädchen besonders gefährdet
Allerdings blieben mehrere am stärksten betroffene Staaten wie Burma der Konferenz fern. Zu den Unterzeichnern gehören mehrere Staaten, in denen Kindersoldaten eingesetzt wurden, darunter der Sudan, der Tschad, Somalia, die Demokratische Republik Kongo (Ex-Zaire), Nepal und Sri Lanka. Die Zahl der Kindersoldaten wird weltweit auf 250.000 bis 300.000 geschätzt.


Besonderes Augenmerk wurde in Paris auf Hilfen für Mädchen gerichtet, die in einigen bewaffneten Gruppierungen 40 Prozent der Rekruten ausmachen und die hinsichtlich sexueller Misshandlung besonders gefährdet sind.
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