Statistik

Selbstmorde fordern soviele Leben wie Unfälle

Oberösterreich
05.02.2007 19:11
Oberösterreich ist geschockt über den Freitod eines 20-jährigen Goiserers beim Faschingsball in Obertraun. Doch Selbstmorde sind trauriger Alltag. So ertränkte sich am selben Tag ein Schärdinger (52) im Inn. Etwa 230 Oberösterreicher, darunter rund 30 Landsleute unter 25 Jahren, sterben jährlich durch die eigene Hand. Nur ein Drittel mehr Jugendliche verunglückt bei Unfällen.

Das Motiv, warum Raffael Sch. (20) sein Flobertgewehr vorm Veranstaltungszentrum lud, in den Mund steckte und abdrückte, nimmt der Chemielaborant mit ins Grab. „Jugendliche reagieren viel impulsiver als Erwachsene. Da kann schon ein kleiner Auslöser rasch zu einem fatalen Entschluss führen“, weiß Dr. Hans Rittmannsberger, Psychiatrie-Primar an der Landesnervenklinik Linz.

Das Tabuthema Suizid ist für Mitarbeiter des „Psychosozialen Notdiensts“ in Linz fast alltäglich. „Jeder 14. von jährlich 14.000 Anrufen hat dieses Thema. Und es melden sich auch immer mehr Eltern, die Angst haben, dass sich ihre Kinder etwas antun könnten“, so Dr. Monika Czamler. Sie rät Familien daher zu täglich einer gemeinsamen Mahlzeit, damit auch Probleme miteinander besprochen werden können.

 

Foto: gespag

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