Alle Opfer daheim:

Säure-Unfall war menschliches Versagen

Die gute Nachricht zuerst: Alle 37 Verletzten sind nach dem Säureunfall in der Agrana Stärkefabrik in Aschach/Donau außer Gefahr. Am Tag nach dem Austritt des Desinfektionsmittel Hypochlorit waren Sachverständiger und Landeskriminalamt im Werk, wo man menschliches Versagen als Unglücksursache bestätigt.

"Die Ermittlungen werden wegen fahrlässiger Körperverletzung und  Umwelt-Beeinträchtigung geführt",  hieß es von den Behörden, die am Donnerstag mit  Werksleiter  Norbert Harringer zusammentrafen.

"Leitungen beim Anschließen verwechselt"
"Beim Anschließen der Leitung gab es offenbar eine Verwechslung", konkretisierte Agrana-Sprecher Markus Simak den bereits kurz nach dem Unfall vermuteten Bedienfehler durch einen Arbeiter beim Umpumpen von Hypochlorit von einem Eisenbahnwaggon in einen Tank. Da im Werk gerade Revisionsarbeiten im Gange sind, wird dieses Desinfektionsmittel zum Reinigen eingesetzt.

Gefahr des "Inneren Ertrinkens"
Der Fehler wurde offenbar sofort bemerkt und nur eine kleine Menge der reaktionsfreudigen Chemikalie trat aus, doch 250 Personen mussten den Standort verlassen, ein Einkaufsmarkt in der Nachbarschaft wurde vorübergehend geschlossen. Insgesamt 37 Personen, alle waren zum Unfallzeitpunkt am Werksgelände, mussten in Spitäler gebracht werden. Obwohl einige Betroffene kaum Symptome zeigten, wurden sie zur Sicherheit mehrere Stunden beobachtet, da Chlorgas in der Lunge zu einer zeitverzögerten Reaktion und im schlimmsten Fall "innerem Ertrinken" führen kann.

Alle Verletzten wieder daheim
Auch jene drei Arbeiter, die stationär im Spital bleiben mussten, sind inzwischen wieder daheim.

Produktion läuft wieder ganz normal an
Die Wartungsarbeiten laufen inzwischen wieder normal, die Produktion wird wie geplant in wenigen Tagen nach der Revision wieder beginnen.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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