09.12.2017 15:48 |

Justizwache

Kärntner werden in Karlau ausgebildet

Personalnot bei der Justizwache: In der Justizanstalt Klagenfurt braucht man dringend Verstärkung. Sieben Bewerber aus Kärnten werden deshalb in Graz-Karlau auf ihren Alltag hinter Gittern vorbereitet. Dabei gilt es auch, die vielen Tricks der Häftlinge kennenzulernen. Die "Krone" blickte hinter die Gefängnismauern.

"Willkommen in der Karlau!" - Der Klagenfurter Christian Fürbaß empfängt uns an den Toren der Justizanstalt in der steirischen Hauptstadt, wo aktuell 516 Häftlinge einsitzen, die eine Freiheitsstrafe von mindestens 18 Monaten verbüßen müssen. Unter ihnen 15 Schwerverbrecher, die rund um die Uhr bewacht werden.

14 Männer und eine Frau aus Kärnten wollen sich nun ebenfalls der Herausforderung stellen. Sie absolvieren die Wache-Ausbildung, die von Fürbaß geleitet wird. "Sieben von ihnen werden nach Klagenfurt kommen, die anderen werden zu Steirern mit Migrationshintergrund", scherzt der dreifache Familienvater, der seit 2010 in der Karlau beschäftigt ist.

Bei der Ausbildung wird nichts ausgelassen: Es gibt ständige Rollentrainings, die auch gefilmt werden, um sich auf den Alltag hinter Gittern einstellen zu können. Auch die Tricks der Häftlinge werden einstudiert - wie das Einschmuggeln von Handys. Immer wieder werden bei Kontrollen Alltagsgegenstände beschlagnahmt, in denen Schmuggelware versteckt ist.

Dennoch versucht Fürbaß, die Insassen von der menschlichen Seite zu sehen. Sein Leitspruch: Ächte die Tat, aber achte den Täter. Fürpaß: "Der Umgang mit den Insassen läuft meist viel normaler ab, als man glaubt. Es gilt, die Scheu vor einem Straftäter abzulegen. Man versucht eine persönliche Beziehung zu einem Insassen aufzubauen."

In den meisten Fällen klappt es so, wie sich die Gefängnisleiter das vorstellen. Seit der Geiselnahme 1996 gab es in der Karlau keine schwerwiegenden Vorfälle mehr.

von Christian Rosenzopf, "Kärntner Krone"

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter