Nur fantasiert
Mörder behauptet, Herz verspeist zu haben
Ausland
04.01.2007 19:17
Ein Häftling hat in Rouen in der Normandie einen Zellengenossen getötet und erklärt, er habe das Herz seines Opfers gegessen. Die Leiche des 31-jährigen Opfers wurde mit einer klaffenden Wunde in der Brust gefunden. Eine Autopsie habe aber ergeben, dass das Herz intakt im Körper sei, sagte der Staatsanwalt von Rouen, Joseph Schmit, am Donnerstag. Der Täter habe fabuliert.
Ersten Ermittlungen zufolge war es in der Zelle mit drei wegen Sexualstraftaten einsitzenden Untersuchungshäftlingen zu einem heftigen Streit gekommen. Der 31-Jährige, der erst wenige Tage zuvor in die Zelle verlegt worden war, wurde verprügelt und mit einem Plastiksack erstickt. Der dritte Häftling schlug keinen Alarm.
Rechtsanwälte kritisierten wegen des Vorfalls die Überbelegung der französischen Gefängnisse. Man schließe bedenkenlos Menschen in einer Zelle zusammen. In Rouen gab es nur eine geringfügige Überbelegung: Offiziellen Angaben zufolge teilten sich dort im Dezember 706 Häftlinge 675 Plätze.
Symbolbild (Foto: Peter Tomschi)
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