Attentat auf BVB-Bus

Ischler ließ Bombenleger von Dortmund hochgehen

Es müssen nicht immer Terroristen sein, oft ist reine Geldgier das Motiv für einen Anschlag. Als nach dem Bomben-Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund deutsche Ermittler noch Phantomen nachjagten, erkannte ein Bad Ischler Privatbanker die Zusammenhänge - nun steht der Attentäter (28) vor Gericht!

Daheim in Bad Ischl hat Rudolf Sch. einen eigenen BVB-Fanraum und besitzt  Aktien des Fußballvereins. Auch sogenannte Put-Wertpapiere, die auf das Fallen eben dieser Aktien setzen - quasi als Absicherung. Als am 11. April 2017 die Sprengsätze beim BVB-Bus detonieren, Druckwelle und Schrapnelle den Bus treffen, ein Kicker und ein Polizist verletzt werden, stürzt die BVB-Aktie ab.

Ischler bemerkte Transaktion
Doch der Bad Ischler hat ja seine "Versicherung" und bemerkt beim Check seiner Wertpapiere, dass jemand kurz vorm Attentat 15.000 Stück solcher Papiere gekauft hatte. Aus dem Einsatz von 78.000 Euro hätten durch das Fallen der BVB-Aktie nach dem Attentat vor dem Heim gegen den AS Monaco fast vier Millionen Euro werden sollen.

Polizisten suchten Phantom
Die Aktien rutschten zwar nicht in den Keller, allerdings  zählte der Ischler Börsenhändler eins und eins zusammen, während die Dortmunder Polizisten noch nach Dschihadisten oder Nazis suchten.

Ermittlungsansatz drehte sich
Ein Anruf bei der Sonderkommission brachte wenig, da diese eben einen Terrorakt und nicht einen "gewöhnlichen" Verbrecher suchten. Erst über den Anwalt des Sportvereins klappte es und die Ermittlungsrichtung drehte sich.

Gefasst nach eineinhalb Wochen
Eineinhalb Wochen später wurde der Deutschrusse Sergej W. (28) als Verdächtiger wegen Mordversuchs in 20 Fällen festgenommen.  Er hatte von einem Hotel aus den Wertpapierhandel durchgezogen, über dessen Internetadresse war man ihm auf die  Schliche gekommen.

Prozess vor Weihnachten
Er streitet alles ab, ihm wird ab 21. Dezember der Prozess gemacht, der über 18 Tage anberaumt ist. Ob dies ohne den Bad Ischler möglich gewesen wäre - diese Frage bleibt offen.

Markus Schütz, Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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