Rachefeldzug

Star Wars: Lethal Alliance

Spiele
02.01.2007 21:34
Keine "Macht", kein Laserschwert - kann das ein waschechter Star-Wars-Ableger sein? Auf dunklen Pfaden wandelt der Spieler statt als Jedi als ehemals versklavte Söldnerin Rianna abseits der bekannten Hauptgeschichte durch das Universum. Auf zahlreichen Planeten unterstützt die schöne Twi'lek die Rebellen und hat dabei nur eines im Sinn: Rache!

Rianna Saren ist eine Twi'lek - die Rasse hatte sowohl in den Filmen wie auch diversen vorherigen Star-Wars-Games mehr oder minder prominente Auftritte. Dass Rianna so gar keinen Jedi-Trick beherrscht, mag zwar Teil der Geschichte sein, enttäuscht Fans der Star-Wars-Saga am Beginn aber dennoch.

Davon abgesehen fällt der Start in die Geschichte von Rianna erfreulich flott und einsteigerfreundlich aus. Von Dach zu Dach schleicht die wütende Schöne, die sich endlich für ihr verpfuschtes Leben rächen möchte. Dazu hantelt sich Rianna von Auftrag zu Auftrag, meist lauten die "Hole dies", "Beschaffe das" oder "Rette diese Person".

R2D2-Verschnitt im Anflug
Sowohl die Missionen als auch die Gestaltung der Levels (meist Hallen oder Gänge) sind sehr linear ausgefallen. Diesen Einheitsbrei rettet aber glücklicherweise der liebenswerte, an R2D2 erinnernde, Droide Zeeo. Er fiept und piepst sich mithilfe eines Energiestrahls, den er allerdings nicht auf alles und jeden anwenden kann, durch das Game und arbeitet dabei Hand in Hand mit Rianna. Das fliegende Blechkasterl kämpft mal an Riannas Seite, mal muss es als Schutzschild herhalten, mal knackt Zeeo Codes oder deaktiviert Alarmanlagen. Kombinationsgeschick und ein gutes Kurzzeitgedächtnis sind bei diesen Minigames gefragt. Je mehr Rianna und Zeeo gemeinsam erledigen, desto besser verstehen sie sich, was schlagkräftigere Kombos zur Folge hat.

Die Macht ist... nicht mit der Zielfunktion
Davon abgesehen ist die Blasterpistole Riannas beste Waffe, denn die imperialen Truppen sind zwar nicht die Hellsten, wenn es um das Entdecken des Feindes geht, sie zielen dafür umso besser. Die automatische Zielfunktion, die beim Anvisieren ebenjener Soldaten helfen soll, reagiert dummerweise erst, wenn Rianna mindestens einmal getroffen wurde. Daher sind unbeschadet überstandene Konfrontationen mit Gegnern äußerst rare Ausnahmen.

Meist wird Rianna angeballert, verletzt und erst dann reagiert die Zielfunktion - allerdings tadellos. Einen Gegner zu verfehlen ist so unmöglich. Jemanden unbemerkt mit der Pistole anzugreifen allerdings auch, denn dazu müsste diese sich auf eine Person richten lassen, ohne dass die bereits geschossen hat - ein Teufelskreis... Es gäbe zwar theoretisch einen lautlosen Schleichangriff, der ist aber kaum je zu gebrauchen.

Lara Croft im Sternenkrieg
Neben imperialen Truppen auf bekannten - Alderaan, Tatooine - und neuen Planeten treffen Rianna und Zeeo vor allem auf unzählige Fallen. Minen etwa vergrößern und verkleinern ihren Sensorradius in regelmäßigen Abständen, die es zu verinnerlichen gilt. Daneben sind fast alle Levels gespickt mit sich bewegenden Laserschranken, die durchkrochen, übersprungen oder denen sonstwie geschickt ausgewichen werden sollte.

Da die Geschichte des Spiels zwischen dem dritten (dem letzten "neuen") und dem vierten Star-Wars-Film angelegt ist, tauchen im Game allerlei bekannte Figuren wie Prinzessin Leia, Boba Fett und Darth Vader - ein kurzes Vergnügen - auf. Sämtliche Zwischensequenzen werden auf dem DS im Gegensatz zur PSP allerdings nur mittels Comic-Zeichnungen vermittelt, was die Freude am Promi-Schaun erheblich trübt.

Zur Umsetzung bleibt zu sagen, dass die Grafik (auf dem DS) keinen schlechten, aber auch keinen umwerfend guten Eindruck macht. Diverse Fehler in der Darstellung stören das Spielvergnügen jedoch. Die Steuerung wäre an sich gut gelungen, wäre da nicht die völlig verhunzte Kameraführung. Gerade im Kampf erweist sich die, zusammen mit der viel zu spät reagierenden Auto-Zielfunktion, oft als nervtötend. Einzig der Sound weiß fast immer zu überzeugen. Bereits mit den ersten Tönen fühlt sich der Gamer zuhause im Star-Wars-Universum, was über manche andere Schwächen hinwegzutäuschen vermag.

Fazit: "Star Wars: Lethal Alliance" ist hauptsächlich ein geradliniger, wenn auch eintöniger Shooter. Ein Tränchen verdrückt der Fan vor allem, weil er bei den Zwischensequenzen mit Zeichnungen statt In-Game-Grafik vorlieb nehmen muss. Die immer gleichen Gameplay-Elemente wiederholen sich bereits nach kurzer Spielzeit. Und die Missionsziele sind zwar eigentlich verschieden, gleichen sich von der Herangehensweise aber ebenfalls wie ein Ei dem anderen. Gerade Droide Zeebo und die Einbettung der Geschichte ins Lucas-Universum retten das Spiel vor dem Absturz in die unendlichen Weiten der Langeweile.

Plattformen: Nintendo DS (getestet), Playstation Portable
Publisher: Ubisoft
Krone.at-Wertung: 67 %

Von Bernadette Geißler

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