Do, 13. Dezember 2018

Nicht verteufeln:

24.11.2017 17:00

"Der Krampus gehört zu unserem Leben!"

Tausende Krampusse und Perchten ziehen durch das Land, um das Fürchten zu lehren, aber auch Brauchtum zu vermitteln. In vielen Schulen wird darüber intensiv diskutiert. "Die Kinder sind total aufgezwirbelt und unruhig", mahnt eine Volksschullehrerin. Ein Kärntner Psychologe erklärt,wie man damit am besten umgeht.

In vielen Schulen scheinen die Krampusse derzeit das Topthema zu sein.

"Wir merken es im Unterricht: Die Kinder sind verängstigt und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie sitzen total unkonzentriert im Klassenzimmer und beginnen auch schon, Krampusse zu zeichnen, um das Ganze zu verarbeiten", erzählt eine Lehrerin aus der Volksschule in Villach-Lind. "Und das beobachte nicht nur ich, sondern auch viele andere Kollegen. Daher muss doch etwas getan werden, um die Kinder besser zu schützen", meint die Pädagogin.

Der Kärntner Psychologe Kurt Kurnig (AVS Kärnten) will das Brauchtum dennoch nicht verteufeln und versucht, Tipps zu geben, wie man mit der Angst am besten umgehen solle.

"Der Krampus repräsentiert den Zorn und das Laute - und das hat durchaus einen Wert, denn der Zorn und die Trauer gehören genau so zu unserem Leben wie die Freude. Man muss einfach offen mit den Kindern darüber reden. Und solange alles im Rahmen bleibt, sehe ich darin weit weniger Gefahren als in den Brutalo-Filmen, die in manchen Sendern laufen."

Nicht ratsam sei es allerdings, den Krampus als "Erziehungsmittel" einzusetzen und damit zu drohen, dass er das Kind zuhause besucht: "Das ist Schwachsinn! Man darf das Kind nicht überfordern."

Christian Rosenzopf, Kärntner Krone

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