Nach dem Start der Kampagne bekommt man in einer kurzen Ingame-Zwischensequenz die Informationen zur ersten Mission. Ein Schiff vulkanischen Ursprungs ist unter mysteriösen Umständen verschwunden und es ist Aufgabe der Enterprise dessen Verbleib aufzuklären.
Dazu wird auf der Sternenkarte der Zielort markiert, um den Kurs zu setzen. Mittels Impulsantrieb gelangt man nun in das nahe gelegene Zielsystem. Nach einem ausführlichen Scan ergeben sich neue Koordinaten, die nun mittels Warp-Antrieb angesteuert werden. Dort warten allerdings einem alles andere als freundlich gesonnene Romulaner.
Also nichts wie die Schilde hochfahren, Alarmstufe Rot in Kraft setzen und mittels Phaser und Photonentorpedos die feindliche Flotte bekämpfen. Nachdem ein Schiff zerstört und die restlichen Schiffe geflohen sind, findet man zuerst in einem nahen Sternennebel ein weiteres Förderationsschiff, dass sich der Enterprise anschließt und schlussendlich auch das vermisste Schiff der Vulkanier. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Geschichte dann erst so richtig.
Die Handlung ist auch der größte Pluspunkt des Spiels. Sie ist sehr stimmig und passt trotz der Einbindung aller Epochen gut in das gewohnte Star-Trek-Universum. Doch leider kann der Rest von "Star Trek Legacy" der Qualität der Serie überhaupt nicht gerecht werden.
Die Aufgaben beschränken sich auf das Fliegen von Punkt A nach Punkt B, vereinzelten Scans oder dem Einsatz des Traktorstrahls. Vornehmlich stehen aber Raumgefechte im Mittelpunkt. Weder Außenmissionen, diplomatische Mittel oder die Möglichkeit, einzelne Schiffsysteme direkt zu bedienen, stehen zur Verfügung. Auf die vertrauten Charaktere, bis auf die Stimmen der Kapitäne, muss man leider ebenso verzichten.
Die Schiffe, es kann mehr als eines im Verband befehligt werden, sieht man lediglich in einer, allerdings sehr detaillierten, Außensicht. Für ein wenig Abwechslung sorgt jedoch die Tatsache, dass neue Raumkreuzer käuflich erworben werden können.
Bei den Gefechten wird einem schnell die miserable, weil zu komplizierte Steuerung zum Verhängnis. So kurvt man um die Gegner herum, versucht sich in Schussposition zu bringen, feuert seinen Waffen ab und stellt vielleicht noch durch Mausklick die Energieversorgung etwas um. Die KI der Förderationskollegen ist dabei auch wenig hilfreich, denn sie scheint recht unausgegoren. So werden etwa einzeln gegebene Befehle schlichtweg im Gefecht ab und an vergessen.
Grafisch glänzt "Star Trek Legacy" zwar mit sehr gut gelungenen Raumschiffmodellen, doch ist die restliche Qualität eher bescheiden. In punkto Sound gibt es weniger Grund zur Kritik, wobei die deutsche Synchronisation besser hätte ausfallen können.
Weiters steht noch ein Multiplayer-Modus für das Spiel gegen menschliche Gegner zur Verfügung.
Fazit: "Star Trek Legacy" kommt als schlecht gemachter "X-Wing" oder "Wing Commander"-Verschnitt in unsere Galaxie, wobei im Star-Trek-Universum kriegerische Auseinandersetzungen zumeist der letzte Ausweg als die Regel sind. Vor allem enttäuscht aber die schlechte technische Umsetzung, so dass "Star Trek Legacy" nur eingefleischten Fans empfohlen werden kann.
Plattform: Xbox360 (getestet), PC (getestet)
Publisher: Ubisoft
Krone.at-Wertung: 56%
von Harald Kaplan
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