Im Grunde ist "The Ship - Mörder Ahoi" fangen spielen für Erwachsene. Jeder kennt den Namen eines Passagiers, den er um die Ecke bringen soll. Der sollte von den mörderischen Anwandlungen nichts ahnen, sonst gestaltet sich die Jagd naturgemäß schwieriger. So schleicht einer dem anderen hinterher und wird dabei selbst verfolgt - Nervenkitzel pur, schließlich könnte jede Begegnung mit einem anderen Passagier die letzte sein.
Wer als letzter atmet, hat gewonnen und darf das Schiff - im virtuellen Leben - verlassen. Bevor sich der Gamer jedoch in die harte Welt auf dem Ozean wagt, sollte er sich am Singleplayermodus versuchen, der als Tutorial zu verstehen ist. Danach ist der Arcademodus anzuraten, in dem der Computer virtuelle Gegner steuert. Wer diese Aufgaben zu meistern weiß, der darf sich frohen Mutes in die vergnügliche Online-Welt mit realen Gegnern stürzen.
Jagd auf einen Unbekannten
Eine interessante Erweiterung des Gameplay, jedoch oft störend für den Spielfluss: Die Spielfigur muss regelmäßig Schlafen, Essen und vieles mehr. Das verzögert den Ablauf des Games und passt auch nicht ganz zur Idee des Hintereinander-Herjagens. Viel mehr Laune macht der Kribbelfaktor, der aufkommt, wenn der Spieler damit beschäftigt ist, sein Opfer zu finden. Erst erscheinen Fragezeichen über den Köpfen der Mitspieler, doch einfach drauflos ballern ist keine gute Idee. Unschuldig Umgenietete kosten Geld und für Notfälle gibt es auch reale Konsequenzen: Spieler können des Servers verwiesen werden.
Bis auf die Zähne bewaffnet erwacht der Spieler bei weitem nicht - er muss seine Mordwerkzeuge erst finden. So durchstöbert man das Schiff auf der Suche nach adäquaten Waffen. Wer die seinen gefunden hat, muss sich dennoch vorsichtig an das Erwischen seines Opfers machen. Denn weder von Kameras noch Wachpersonal sollte sich der Gamer erwischen lassen - sonst geht's ab in den schiffseigenen Knast. Und dort ist jeder Inhaftierte ein leichtes Opfer...
Grafisch ist das Spiel kein ausgesprochenes Highlight, die Umgebung wirkt detailarm, teils statisch, und wenig abwechslungsreich. Die Spielfiguren scheinen Comics entlaufen, was jedoch mit dem Stil der 20er Jahre erstaunlich gut harmoniert.
Fazit: "The Ship - Mörder Ahoi" ist ein Game für vergnügliche Stunden, trotz morbider Thematik gefällt das Katz-und-Maus-Spiel, besonders im Online-Mehrspieler-Modus. Abzüge gibt es für die Wartezeiten zwischen Partien und der Tatsache, dass bereits drei Patches nötig waren. Außerdem fehlt es dem Game noch an Bekanntheit und folglich an Spielern.
Plattform: PC
Publisher: bhv
Krone.at-Wertung: 78 %
Von Bernadette Geißler
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