24 Iraker getötet
US-Soldaten für Massaker in Haditha angeklagt
Den Soldaten wird vorgeworfen, in Haditha nördlich von Bagdad bis zu 24 irakische Zivilpersonen willkürlich erschossen haben. Augenzeugen zufolge sollen sie die Zivilisten aus Rache für einen getöteten US-Soldaten ermordet haben. Die Verteidigung bestreitet dies und spricht stattdessen von einem chaotischen Gefecht nach einer Bombenexplosion.
Truppenführer im Visier des Militärgerichts
Der Truppenführer muss sich in 13 Punkten verantworten, erklärte sein Anwalt. Dabei geht es den Angaben zufolge um die Ermordung von zwölf Irakern bei dem Militäreinsatz am 19. November 2005 sowie in einem weiteren Vorwurf um den Tod von sechs Irakern, die bei der Stürmung eines Hauses (siehe Fotos) in Haditha getötet wurden.
Der beschuldigte Soldat soll dabei die Anweisung gegeben haben, „erst zu schießen und dann Fragen zu stellen“. Weiter soll er Kollegen zu Falschaussagen angehalten haben. Ein anderer Soldat ist wegen 13-fachen Mordes angeklagt worden. Allerdings wird ihm laut seinem Anwalt kein Mordvorsatz vorgeworfen. Dafür käme als Höchststrafe lebenslange Haft in Frage.
US-Magazin deckte Massaker auf
Die strafrechtlichen Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem das „Time“-Magazin im März unter Berufung auf Überlebende und Menschenrechtsgruppen berichtet hatte, dass unbeteiligte Menschen getötet worden seien. Die Marineinfanteristen hatten zunächst angegeben, dass 15 Menschen bei einer Bombenexplosion und acht Aufständische in anschließenden Gefechten ums Leben gekommen seien.
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