15.12.2006 14:54 |

Das Glück der Erde...

Eragon

Im Königreich Alagaësia geht es rund: König Galbatorix hat alle Drachenreiter vom Himmel geholt und regiert das Königreich nun mit eiserner Hand. Nur ein einziges Drachenei überlebt den Vernichtungsfeldzug und landet unbeschadet in den Händen des unbescholtenen Bauernbubens "Eragon".

Danach entspinnt sich das typische Gerangel zwischen Gut und Böse, wobei der Spieler klarerweise in die Rolle des tapferen Jünglings schlüpft, um gemeinsam mit Drachendame Saphira und dem alten Kauz Brom gegen die finsteren Widersacher in die Schlacht zu ziehen. Saphira spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle und kommt lediglich in einigen Missionen, bei denen Eragon auf dem Rücken der Drächin durch die Lüfte schwebt, zum Einsatz.

Die meiste Zeit prügelt man sich hingegen, bewaffnet mit Schwert, Bogen und Magie, mit Mentor Brom durch die zumeist streng linear aufgebauten Wälder und Städte Alagaësias. Wobei auch hier relativiert werden muss, dass die Magie nur an bestimmten Fleckchen – gekennzeichnet durch ein Symbol - zum Einsatz kommt. Dann lassen sich damit wie von Geisterhand nicht nur Schurken entzünden oder - Yoda lässt grüßen - durch die Luft wirbeln, sondern auch Schalter bewegen oder Holzbrücken zusammenbasteln, um voranzukommen.

Genau genommen prügelt und schießt man sich also durch "Eragon". Das halbwegs ausgeklügelte Kombo-System sowie der treffsichere Bogen würden auch durchaus Spaß aufkommen lassen, wenn nicht Scharen von Gegnern zum Button-Smashing verleiten würden. Immerhin werden manche Kills mit einer netten Filmsequenz belohnt, was allerdings nicht über die ansonsten eher karge und graue Levelgestaltung hinwegtäuschen kann. Erst in späteren Missionen kommt ein wenig mehr Farbe ins Spiel.

Auch sonst glänzt "Eragon" nicht gerade durch Abwechslungsreichtum: Gegner und Sprüche wiederholen sich relativ oft, einsammelbare Items sucht man vergebens und die starre Kamera macht einem desöfteren die Orientierung zur Qual. Die Suche nach dem weiterführenden Weg verkommt so mitunter zur Geduldsprobe. Ein wenig spaßiger wird es da schon im Koop-Modus, bei dem ein zweiter Spieler jederzeit ins Geschehen einsteigen kann.

Der Mitstreiter übernimmt dann die Steuerung des Lehrmeisters Brom, der, im Gegensatz zu Eragon, allerdings im weiteren Spielverlauf keine weiteren Fertigkeiten erlernt, was sich wiederum negativ auf die Motivation des Mitspielers auswirkt. Überzeugen können hingegen die orchestralen Klänge sowie die (meist) gelungene Sprachausgabe der Protagonisten.

Fazit: "Eragon" ist nicht gänzlich unwitzig, allerdings trüben Grafik, stupides Button-Smashing und Kameraführung den Gesamteindruck doch erheblich. Auch die Story hätte für ein Fantasy-Epos wesentlich besser aufgearbeitet werden können. Ein paar Rollenspiel-Elemente à la "Herr der Ringe" und mit etwas Glück wäre "Eragon" ein richtig gutes Spiel. So bleibt es unterm Strich ein durchschnittlicher Titel, der nur für einige Stunden unterhalten dürfte.

Plattform: PS2 (getestet), PSP Xbox 360, Xbox, PC, DS, GBA
Publisher: Vivendi Games
Krone.at-Wertung: 67%


von Sebastian Räuchle

Freitag, 25. Juni 2021
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