Mi, 15. August 2018

Angeschwärzt

21.08.2017 21:59

ADAC outet Dieselstinker - und lobt vor allem BMW

Das Vertrauen in den Verbrennungsmotor und vor allem in den Diesel ist massiv beschädigt. Anlass für den ganzen Schlamassel war der Dieselskandal um betrügerische Abgasreinigungssoftware bei VW. Doch ausgerechnet Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns gehören - wie auch die der anderen deutschen Hersteller - zu den eher sauberen. Besonders BMW tut sich da hervor, wie der ADAC ermittelt hat. Importeure patzen jedoch auf der ganzen Linie.

Der deutsche Partnerklub des ÖAMTC im realitätsnahen sogenannten "ADAC EcoTest" seit 2013 bei 188 Modellen mit Euro-6-Dieselmotor die Stickoxid-Emissionen (NOx) ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass vor allem ausländische Autobauer erheblichen Verbesserungsbedarf haben.

Ein Renault entspricht 230 BMW
So liegt beispielsweise der durchschnittliche NOx-Ausstoß der getesteten Fahrzeuge des Renault-Konzerns fast fünfmal so hoch wie bei Modellen von BMW. Ein Renault Grand Scénic 160 dCi etwa stößt innerorts genauso viel Stickoxid aus wie rund 230 Fahrzeuge des Typs BMW 520d, nämlich 1.674 Milligramm pro Kilometer.

"Der ADAC EcoTest zeigt, dass so gut wie alle Hersteller ein massives Emissions-Problem bei ihren Dieselfahrzeugen haben. Wir sehen aber auch: Für die vornehme Zurückhaltung der Importeure nach dem ersten Dieselgipfel gibt es keinen Grund", so Thomas Burkhardt, ADAC Vizepräsident für Technik. "Im Gegenteil: Wenn Politik und Industrie Fahrverbote für Dieselfahrer tatsächlich verhindern möchten, muss die Politik jetzt alle Hersteller auf verbindliche Hardware-Nachrüstungen ihrer Autos verpflichten. Die angekündigten Software-Updates bringen mit Blick auf die Umweltbelastung zu wenig Wirkung."

Die Auswertung nach Konzernen
Der ADAC hat die Schadstoffemissionen der einzelnen Testkandidaten auf die Konzerne, also zum Flottenvergleich hochgerechnet. Die deutschen Hersteller erreichen dabei das niedrigste Schadstoff-Niveau. Fahrzeuge der BMW-Gruppe (BMW, Mini) schnitten demnach am besten ab, gefolgt von Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns (u.a. VW, Audi, Skoda), Mercedes und Opel.

Besonders hohe Schadstoffausstöße hingegen waren neben dem Renault-Konzern (Renault, Dacia) bei Fiat-Chrysler (u.a. Fiat, Alfa Romeo, Jeep), Ford, der Hyundai-Gruppe (Hyundai, Kia), Volvo und dem PSA-Konzern (u.a. Peugeot, Citroen) zu verzeichnen. Anders als die großen deutschen Hersteller hatten es die Importeure beim nationalen Dieselforum Anfang August abgelehnt, ihre Dieselmodelle nachzubessern.

In der Auswertung wurden die getesteten Modelle unabhängig von Kooperationen und gemeinsamen Motorplattformen ihrem jeweiligen Mutterkonzern zugeordnet. So könnte beispielsweise Mercedes noch besser abschneiden, hätten die Stuttgarter nicht auch Fahrzeuge mit Renault-Motoren im Programm. Im ADAC EcoTest stammt das schlechteste Ergebnis eines Daimler-Fahrzeugs von einem 1,6-l-Renault-Dieselmotor mit Speicherkat. Dieser stößt fast 15-mal so viel NOx aus wie die neuen Mercedes-eigenen Dieselmotoren.

Toyota ist in der Auswertung nicht berücksichtigt, weil der Konzern vergleichsweise wenige Dieselfahrzeuge in Deutschland verkauft hat. Daher konnten zu wenige Modelle in den vergangenen vier Jahren geprüft wurden, um einen repräsentativen Durchschnitt zu bilden. Ebenso verhält es sich mit Nissan, Subaru und SsangYong.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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