Nach wochenlangen Ermittlungen hat die Polizei zum schrecklichen Mordfall um die 87-jährige Pensionistin in einer Wiener Seniorenresidenz in Döbling am Dienstag bei einer Pressekonferenz neue Details präsentiert.
Mitarbeiter der Seniorenresidenz wurden am 20. Jänner auf die 87-Jährige aufmerksam, nachdem sie weder beim Frühstück noch beim Mittagessen erschienen war. Daraufhin sahen Angestellte in ihrem Zimmer nach und fanden die Frau reglos vor.
Nach Angaben der Ermittler war die Bettdecke über den Körper der Frau gezogen. Zudem wurden Blutspuren auf Polster und Decke festgestellt. Die Seniorin wies Einblutungen im Gesicht auf, ein Fingernagel war auch abgebrochen.
Schmuck im Rachen und Mund
Ein weiteres auffälliges Detail: In ihrem Rachen bzw. Mund befand sich ein Schmuckstück. Allerdings wissen die Ermittler nicht, warum das Schmuckstück in den Hals gesteckt wurde. Ob die Frau versucht hat, die Schmuckstücke aus Angst vor Diebstahl zu schlucken oder ob der Verdächtige sie dort platziert hat, muss noch geklärt werden.
Todesursache durch schwere Verletzungen im Hals
Als Todesursache wurde eine Kombination aus Erstickung und ein Bruch des Schildknorpels im Kehlkopfbereich. Zudem erlitt das Opfer einen Bruch im Halsbereich sowie vier Rippenbrüche. Die Verletzungen deuten laut Ermittlern auf massive Gewaltanwendung hin.
Verdächtiger in U-Haft
Mehrere Heimbewohner meldeten eine verdächtige Person, die sich am Tattag bzw. Vortag auffällig lange im Heim aufgehalten haben soll. Anhand der Beschreibung werteten Ermittler Videoaufnahmen aus und identifizierten einen 61-jährigen Mann, der kurz darauf festgenommen wurde. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.
Laut Polizei hielt sich der Verdächtige zwischen 16 und 18.25 Uhr im Haus auf und soll sich zeitweise direkt vor dem Zimmer des Opfers aufgehalten haben. Er bestreitet jede Beteiligung und beteuert seine Unschuld. Es wurden inzwischen aber auch DNA-Spuren im Zimmer der Frau gefunden, die dem Verdächtigen zugeordnet werden konnten.
Foto des Verdächtigen
Auch die Existenz eines Fotos, das den 61-Jährigen am Tattag mit einem Rosenstrauß aus Plastik beim Betreten der Residenz zeigt, wurde von den Ermittlern bestätigt.
War bereits 2020 in dem Heim
Brisant ist zudem die Vorgeschichte des Tatverdächtigen: Bereits im Jahr 2020 war der Mann in derselben Seniorenresidenz auffällig geworden. Damals soll er einer Bewohnerin sämtliche Vermögenswerte - mehr als 180.000 Euro – gestohlen haben. In diesem Zusammenhang kam es zu einer gerichtlichen Verurteilung sowie zu einer Haftstrafe. Laut Polizei ist der Mann spielsüchtig und soll seinen Lebensunterhalt überwiegend durch Betrugshandlungen bestritten haben. Er war nicht obdachlos.
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