13.08.2017 09:55 |

"Zu riskant"

Auch Sea Eye stoppt Rettungsmission im Mittelmeer

Nach Ärzte ohne Grenzen will auch die deutsche Organisation Sea Eye vorerst keine Einsätze zur Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen im westlichen Mittelmeer mehr fahren. Grund dafür sei eine veränderte Sicherheitslage, nachdem die libysche Regierung eine unbestimmte und einseitige Ausdehnung ihrer Hoheitsgewässer angekündigt hatte - verbunden mit einer ausdrücklichen Drohung an private NGOs, teilte die Gruppe aus Regensburg am Sonntag mit.

"Eine Fortsetzung unserer Rettungsarbeiten ist unter diesen Umständen aktuell nicht möglich. Wir können dies auch gegenüber unseren Crews nicht mehr verantworten, das wäre zu riskant", sagte Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer.

Ärzte ohne Grenzen hatte am Samstag mitgeteilt, den Mittelmeer-Einsatz zu unterbrechen. Zur Begründung hieß es, die zentrale Seenotrettungsleitstelle in Rom habe die Hilfsorganisation vor Sicherheitsrisiken in Verbindung mit Drohungen der libyschen Küstenwache gewarnt, die sich gegen die Schiffe humanitärer Organisationen in internationalen Gewässern vor der Küste des Bürgerkriegslands richteten.

Loris De Filippi, Italien-Chef von Ärzte ohne Grenzen, sagte am Samstag: "Wir setzen unsere Aktivitäten aus, weil wir nun das Gefühl haben, dass das bedrohliche Verhalten durch die libysche Küstenwache sehr ernst ist. Wir dürfen unsere Kollegen keiner Gefahr aussetzen." Die von Ärzte ohne Grenzen genutzte Vos Prudence lag am Samstag im Hafen von Catania auf Sizilien.

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