05.12.2006 12:16 |

Wer bremst, verliert

Need for Speed Carbon

Blitzendes Chrom, heulende Motoren und quietschende Reifen: In "Need for Speed Carbon" dürfen Rowdys wieder ordentlich Gummi geben und mit ihren getunten Boliden im Geschwindigkeitsrausch über die Straßen jagen.

Anstatt wie im Vorgänger "Need for Speed Most Wanted" gegen eine Blacklist von Fahrern anzutreten, gilt es diesmal jedes einzelne Viertel der Stadt zu erobern. Vier Stadtteile gibt es insgesamt, diese sind wiederum in fünf Regionen unterteilt, in denen es je drei Events zu absolvieren gilt: Neben den bekannten Rund-, Sprint- sowie Kontrollpunktrennen werden auch Drift-Herausforderungen und Massenrennen mit bis zu 20 Teilnehmern geboten.

Wurde die Karte in feinster Risiko-Manier eingefärbt, steht einem Rennen gegen den Obermacker des jeweiligen Reviers nichts mehr im Wege. Nach einer Qualifikationsrunde geht es in kurvenreiche Canyons, in denen wir uns an die Fersen des Gegners heften müssen. Können wir mit dem Gegner mithalten und schießen nicht über die Leitplanke in den Abgrund, werden die Rollen getauscht und der Gegner übernimmt den Part des Verfolgers. Stimmt am Ende die Bilanz, gehen Auto und Revier des Gegners an uns über.

Neu ist auch, dass der Spieler sich auf eine Autoklasse (Tuner, Muscle oder Exotic) festlegen muss und mit bis zu drei Team-Kollegen die Straßen unsicher macht. Während der Blocker dem Fahrer den Rücken freihält und unliebsame Gegner von der Straße drängt, zeigt der Scout nützliche Abkürzungen und Schleichwege. Die Aufgabe des Wingman ist es hingegen, uns nützlichen Windschatten zu liefern, um so einige Km/h gut machen zu können. Alle Unterstützer werden per Knopfdruck herbeigerufen, stehen aber immer nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung, ehe sie wieder einsatzbereit sind.

Ansonsten hat sich nicht viel geändert: Noch immer darf selbst Hand angelegt und nach Lust und Laune am eigenen Auto (oder denen der Team-Kollegen) geschraubt werden. Beim Leistungs- und Optik-Tuning kommen Spieler voll auf ihre Kosten: Form der Felgen, Lackierung, hübsche Vinyl-Aufkleber, Nitro-Einspritzung und dergleichen dürfen den individuellen Vorlieben angepasst werden. Gerade ein neues Äußeres kann sich bezahlt machen, geht doch auch die Polizei wieder auf Raser-Jagd. Je nach Fahndungsstatus gehen die Cops dabei mehr oder weniger hartnäckig zur Sache.

Rein optisch ist "NFS Carbon" ein echter Hingucker, wenngleich der Umstand, dass alle Rennen bei Nacht stattfinden, gerade zu Beginn ein wenig irritiert. Da viele Rennen – leider - aber immer wieder über die selben Straßen führen, hat man sich recht bald auch daran gewöhnt und erfreut sich am Geschwindigkeitsrausch und den netten Spiegelungen auf dem Lack der Boliden. In Sachen Musik präsentiert EA abermals eine feine Auswahl an mitreißenden Tracks aus den Bereichen Rock, Hip Hop und Elektro. Das Quietschen der Reifen hätte jedoch ein wenig nerviger ausfallen können.

Sehr gelungen auch wieder die Steuerung, die vor allem Anfängern einen leichten und schnellen Einstieg ermöglicht. Ein wenig schade ist jedoch, dass die Karte recht klein ausfällt und die Einzelspieler-Karriere mit rund 60 Rennen relativ schnell beendet ist. Profis können aber glücklicherweise auf den Multiplayer-Modus ausweichen und sich packende Ranglisten-Rennen liefern.

Fazit: "Need for Speed Carbon" erfindet das Rad zwar nicht neu, kann aber mit einigen sinnvollen Erweiterungen (Canyon-Rennen, Team-Kollegen) aufwarten. Grafik und Sound stimmen, die Tuning-Möglichkeiten sind top, nur leider fällt der Singleplayer-Modus ein wenig zu kurz aus.

Plattform: Multi-Plattform, getestet auf Xbox 360
Publisher: Electronic Arts
Krone.at-Wertung: 84%


von Sebastian Räuchle

Montag, 17. Mai 2021
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