Wirt muss nun zahlen

Schwangere wurde einfach gefeuert

Schwanger und plötzlich ohne Job - ein Albtraum für jede Frau! Für ein Zimmermädchen im Innviertel wurde dieses Szenario Wirklichkeit. Der Wirt konnte die Dienstnehmerin plötzlich nicht mehr brauchen - laut AK eine Diskriminierung. Nach etwa einem Jahr lenkte er endlich ein und bezahlte 9640 Euro Schadenersatz.

Die Frau befand sich gerade in der Probezeit, als sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch diese währte nicht lange. Der Hotelchef löste das Arbeitsverhältnis auf. Die verzweifelte Frau wandte sich an die Arbeiterkammer, diese stellte klar, dass es sich bei dem Verhalten des Wirtes um einen Gesetzesbruch handle. Vor Gericht gilt: Wenn bewiesen ist, dass die Auflösung der Probezeit auf Grund einer Schwangerschaft erfolgte,  liegt eine Diskriminierung vor und es kann geklagt werden.

Der Fall des Zimmermädchens konnte nun nach gut einem Jahr Verhandlungen beim Arbeits- und Sozialgericht endlich gelöst werden. Der Wirt musste die 7640 Euro Vermögensschaden und zusätzlich 2000 Euro Schadenersatz für die erlittene persönliche Beeinträchtigung zahlen.

Derartige Diskriminierung keine Seltenheit

Laut Kerstin Schrabmair-Nagy aus dem AK-Frauenbüro  sind solche Verhandlungen keine Seltenheit. Seit dem Jahr 2016 wurden  sechs Fälle rund um das Thema der Elternschaft in Oberösterreich aktenkundig. Neuerliche Schwangerschaften, Rückkehr aus der Karenz oder befristete Verträge, die nicht in unbefristete übergehen, führen häufig zu Diskussionen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 29. Oktober 2020
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