Sa, 15. Dezember 2018

"Krone" in Bozen

20.07.2017 19:50

Illegale betonen: "Wir wollen hier bleiben"

Wie lange hält Italien dem Druck noch stand? Allein heuer kamen mehr als 85.000 neue Flüchtlinge über die gefährliche Mittelmeer-Route im Stiefelstaat an, zudem werden wegen der Dublin-Regelung Migranten aus Deutschland zurückgeschickt. Vor allem in Südtirol könnte sich die Asylkrise zuspitzen, fürchten einige. "Krone"-Lokalaugenschein in Bozen...

180.000 bis 200.000 Flüchtlinge sind aktuell in Aufnahmezentren in Italien einquartiert. Über 85.000 Migranten vor allem aus Ghana, Nigeria, Äthiopien und Somalia strandeten allein heuer an den Küsten. Tausende warten in Nordafrika noch auf eine Überfahrt.

Flüchtlinge zusammengekauert unter Bäumen

"Die Unterkünfte in der Stadt platzen mittlerweile aus allen Nähten", wird Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi von Südtiroler Medien zitiert. Beim "Krone"-Lokalaugenschein merkt man davon relativ wenig. Zwischen Urlaubern, die durch die Lauben schlendern oder ihren Cappuccino am Waltherplatz genießen, entdeckt man dann aber doch die Flüchtlinge: Eng zusammengekauert unter Bäumen. "Wir sind illegal in Italien eingereist. Wir möchten gerne hierbleiben, uns gefällt es hier, aber viele Notunterkünfte sind voll", erklärt ein junger Mann aus Somalia.

In einem ehemaligen Supermarkt, dem Ex-Alimarket-Gebäude, sollen knapp 400 Männer untergebracht sein. "Immer wieder werden Schutzsuchende abgewiesen", verrät ein Sicherheitsmitarbeiter. Die Flüchtlinge nächtigen dann auf der Straße oder unter Brücken, wie auch die "Krone" etwa unter der Loretobrücke beobachten konnte.

Caritas: "Haben sicher noch Spielraum"

Südtirols Caritas-Direktor Franz Kripp sieht die Lage weniger dramatisch: "In Südtirol sind derzeit 1700 bis 1900 offiziell zugewiesen Flüchtlinge untergebracht. Hinzu kommen 150 bis 200 Flüchtlinge, die bei ihrer Ankunft in Süditalien durchgerutscht sind und nicht registriert wurden. Diese suchen nun in Bozen um Asyl an. Und zudem werden ein paar Flüchtlinge aus Deutschland zurückgeschickt. Wenn man bedenkt, dass in Nordtirol 6000 bis 7000 Asylwerber leben, haben wir sicherlich noch Spielraum." Dass viele bald den Brenner stürmen werden, glaubt Kripp nicht. "Viele haben bemerkt, dass es auch aufgrund von intensiven Kontrollen etwa in Zügen nicht leicht ist, nach Deutschland oder Österreich zu kommen." Aussagen über ein mögliches Asylchaos am Brenner empfindet Kripp, wie viele Südtiroler, als "Wahlkampf-Geplänkel" österreichischer Politiker.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Aktuelle Schlagzeilen
Verschärfte Sex-Regeln
Facebook verbietet Usern sexuelle Andeutungen
Digital
Eishockey-Legionäre
Niederlagen für Raffl und Vanek in der NHL
Eishockey
Probleme bei Griffiths
Spielsucht? Bewegende Botschaft der Celtic-Fans
Fußball International
Bayerns Flügelflitzer
Vorzeitiges Karriereende? Coman rudert zurück
Fußball International
Tirol Wetter
-9° / -1°
wolkenlos
-11° / -2°
wolkenlos
-10° / -4°
heiter
-10° / -3°
wolkenlos
-8° / -1°
wolkenlos

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.