Sa, 21. Juli 2018

Welttag des Gehirns

18.07.2017 15:00

Schlaganfall-Gefahr durch modernen Lebensstil

Pro Jahr erleiden 17 Millionen Menschen einen Hirninfarkt, rund sechs Millionen sterben daran. In Österreich sind 24.000 Menschen betroffen. "Es ist keineswegs übertrieben, wenn wir von DER Epidemie des 21. Jahrhunderts sprechen", warnte Neurologe Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Grisold aus Wien anlässlich des Welttags des Gehirns bei einer Pressekonferenz in Wien.

Hauptproblem: hoher Blutdruck. 75 Prozent aller Schlaganfall-Patienten in Österreich weisen diesen Risikofaktor auf. Noch jeder zweite hat ungünstige Blutfettwerte (v.a. hohes LDL-Cholesterin) und 18 Prozent raucht. Unterschätzt wird zudem Gefahr durch unbehandeltes Vorhofflimmern, wie OA Doz. Dr. Julia Ferrari, Abteilung für Neurologische Rehabilitation und Akutgeriatrie, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien, anlässlich des Welttags des Gehirns bei einer Pressekonferenz betonte.

Die gute Nachricht: Mit den aktuellen Therapien mittels Medikamenten oder mechanischer Öffnung des verschlossenen Gefäßes im Gehirn kann nun oft auch noch sechs Stunden nach dem Ereignis erfolgreich therapiert werden. Wesentlich ist dabei die rasche Diagnose. "Die Mehrheit aller Schlaganfall-Patienten wird in einer sogenannten Stroke Unit, einer Spezialabteilung im Akutspital, behandelt", so Prim. Univ.-Doz. Dr. Elisabeth Fertl, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN). Das erhöht nicht nur die Chance zu überleben, sondern auch jene, bleibende Schäden zu verhindern. Derzeit ist Schlaganfall die häufigste Ursache für Behinderung!

Wie groß der Handlungsbedarf in Sachen Lebensstil bei uns nach wie vor ist, zeigen auch Daten einer 2015 durchgeführten Untersuchung von Arbeitnehmern in Salzburg, die im Schnitt gerade erst 37 Jahre alt waren: Bei 46,9 Prozent wurde ein erhöhter Blutdruck gemessen, 37,5 Prozent hatten Übergewicht und 44 Prozent Adipositas. Bei fast jedem Fünften (18,5 Prozent) waren gleich drei oder mehr dieser Risikofaktoren vorhanden.

So schützen Sie sich
Es liegt also tatsächlich in den eigenen Händen, sich vor der drohenden Gefahr zu schützen. Beispiel Rauchstopp: Nachdem Rauchen an öffentlichen Orten im amerikanischen Bundesstaat Arizona verboten wurde, gingen die Schlaganfall-Raten um 14 Prozent zurück! Mindestens so wichtig ist aber die rasche Versorgung, wenn es durch ein verschlossenes Gefäß im Gehirn zu einer gefährlichen Situation kommt. Der Faktor Zeit spielt in der Behandlung eine ganz entscheidende Rolle. Prof. Grisold: "Es gibt einen verständlichen Leitfaden, mit dem sich der Verdacht auf einen Schlaganfall leicht abklären lässt. Alles, was jemand im Akutfall wissen muss, lässt sich in dem Begriff FAST - also dem englischen Wort für schnell - zusammenfassen."

  • F wie Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln! Hängt der Mundwinkel auf einer Seite herab?
  • A wie Arm: Bitten Sie die Person, beide Arme zu heben! Ist ein Arm gelähmt und sinkt nach unten?
  • S wie Sprache: Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz zu wiederholen! Sind die Worte undeutlich? Kann sie den Satz korrekt wiedergeben oder hat sie Schwierigkeiten ihn zu verstehen?
  • T wie Time (Zeit): Wenn eines der oben genannten Symptome auftritt, ist Zeit ein wichtiger Faktor. Rufen Sie sofort die Rettung und fahren Sie ins Krankenhaus.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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