Di, 21. August 2018

Pille danach

07.07.2017 06:00

Verhütungspannen passieren nicht nur Teenagern!

Auch Frauen beziehungsweise Paare, die schon seit Jahren geschützten Geschlechtsverkehr praktizieren, sind vor Pannen im Bett nicht gefeit. Das können zum Beispiel ein verrutschtes sowie geplatztes Kondom sein oder aber eine vergessene Antibabypille.

Bei den reinen Gestagen-Präparaten ("Minipille") führt mitunter bereits eine Überschreitung des 24-Stunden-Einnahmeintervalls von drei Stunden zu einer Unwirksamkeit der Verhütung! Besonders kritisch ist das Versäumnis innerhalb der ersten sieben Tage im Zyklus. Passiert also ein UPSI (Unprotected Sexual Intercourse), kann die Einnahme der "Pille danach" angezeigt sein. Lassen Sie sich in der Apotheke dazu beraten:

Fallbeispiel:
Eine Dame um 30 Jahre betritt die Apotheke.
Kundin: Bekomme ich bei Ihnen die "Pille danach" oder muss ich dafür zum Arzt?
Apothekerin: Nein, die bekommen Sie ohne Verschreibung. Was ist denn passiert?

Kundin: Ich bin vorgestern aus dem Urlaub zurückgekommen, und mit dem ganzen Stress hab’ ich total vergessen, die Pille einzunehmen. Und nun hatte ich ungeschützten Geschlechtsverkehr.
Apothekerin: Wann nahmen Sie denn die letzte Tablette?
Kundin: Ich nehm’ sie immer am Abend und die letzten beiden Einnahmen hab’ ich quasi verschlafen.

Apothekerin: Und wie weit sind Sie schon in Ihrem Pillenzyklus?
Kundin: Am Ende der ersten Woche.
Apothekerin: Dann sollten Sie wirklich besser die "Pille danach" verwenden. Denn gerade, wenn Sie Ihre Verhütung noch keine volle Woche eingenommen haben, sind Sie nicht zuverlässig gewappnet. Schlucken Sie daher jetzt gleich die Notfall-Tablette und Ihre regelmäßige Verhütung danach weiter wie gewohnt. Allerdings ist der Schutz bis zum Ende des Blisterstreifens nicht gewährleistet. Verwenden Sie daher in diesem Zyklus zusätzlich ein Kondom.

Kundin: Und dann kann sicher nichts passieren?
Apothekerin: Ich gebe Ihnen den Wirkstoff Ulipristalacetat. Dieser wirkt wirklich bis unmittelbar vor dem Ei­sprung. Je schneller Sie die Tablette nehmen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen die "Pille danach" helfen kann. Sie verschiebt den Eisprung. Es kann sein, dass sich Ihre nächste Blutung um ein paar Tage nach hinten "rutscht". In der Regel sollte sie aber im pillenfreien Intervall beginnen.

Kundin: Hat das viele Nebenwirkungen?
Apothekerin: Normalerweise wird die "Pille danach" gut vertragen. Häufig tritt vorübergehend Brustspannen oder leichte Übelkeit auf. Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, essen Sie vorher noch eine Kleinigkeit und trinken Sie ein ganzes Glas Wasser dazu.
Kundin: Dankeschön.

Eva Greil-Schähs, Kronenzeitung

Weitere interessante Themen am Samstag, 8. Juli 2017, im Gesund-Magazin der Kronen Zeitung:

  • Keine Chance für Cellulite!
  • Epilepsie - Gehirn in Aufruhr
  • Initiative Rheuma: Wie Gelenkleiden heute behandelt werden
  • Mit Selbstuntersuchung den Hautkrebs aufspüren

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